Ist Goldregen wirklich wünschenswert?

Von Hannah Deininger (25. Oktober 2021)


Am Sonntag, dem 10. Oktober 2021, wurde im ETA Hoffmann Theater Bamberg die Premiere des Stücks Gold von Philipp Gärtner in einer Inszenierung von Wilke Weermann aufgeführt. In diesem fulminanten Debüt geht der Kapitalismus im wortwörtlichen Goldregen märchenhaft zugrunde. Die direkten Auswirkungen dieses Systemzusammenbruchs bekommt die Protagonistin Tilda deutlich zu spüren – bei ihrer Flucht vor den niederprasselnden Goldklumpen landet sie in der Kanalisation.

„Wir sind die beste Gesellschaft, die der Welt unsere überlegene Regierungsform bringt“

Von Anna Brodmann (25. Oktober 2021)


Mit Reich des Todes bringt das ETA Hoffmann Theater ein unglaublich intensives, unbequemes, spektakuläres und wichtiges Stück zum 20. Jahrestag des 11. Septembers auf die Bühne. Es zeigt die Verknüpfung von Machtpolitik und Demokratie-Aushöhlung, von trockenen juristischen Rechtsgutachten und grausamster psychologischer Folter auf eindrückliche und erschütternde Weise.

Gott und die Jungfrau

Von Anna Brodmann (3. Oktober 2021)

 

Mit Die Jungfrau von Orleans bringt das TiG ein Stück über Patriotismus, Fanatismus und die destruktive Kraft des religiösen Eifers in die Kirche – und beeindruckt damit auf vielen Ebenen.

Schillers Stück, das sich mit der Legende Jeanne d’Arcs, ihrem Aufstieg, militärischen Ruhm und Fall beschäftigt, war vor dem Hintergrund des aktuellen Zeitgeschehens (v.a. der Machtübernahme der beinahe ebenso religiös fanatischen Taliban), eine sehr zeitsensible Wahl des TiG. Und diese Aktualität und Zeitbezüge flechten sie auch geschickt auf verschiedene Weisen in die Vorstellung mit ein. Wer also Lust hat in der Geschichte die Probleme der Gegenwart zu entdecken und ein beeindruckendes und manchmal unbequem-wahres Stück anzuschauen, der ist mit der Jungfrau von Orleans gut beraten.

Herzschmerzsoap und Kindermord

Von Theresa Anna-Maria Ehrl (3. Oktober 2021)


Medea – Der Paukenschlag, mit dem das Große Haus des Theaters in Hof wiedereröffnet wurde. Ein griechischer Stoff mit epischen Harmonien, großer Emotion und einer Menge Nebelmaschinen. Das Theater fährt mit allem auf, was das sanierte Gebäude an neuer Bühnentechnik hergibt und zwar schon beim ersten Aufzug.

Wie verrückt kann der Olymp eigentlich spielen?

Von Elisa-Maria Kuhn (24. August 2021)


Das aktuelle Stück der Theatergruppe Wildwuchs Pandora: Ausgebüchst schöpft das Potenzial des griechischen Mythos auf humoristisch-überzogene Art aus und verwandelt die Eisengießerei Müller mit lauten Soundeffekten in Hephaistos‘ unterhaltsame Schmiede.