Gott und die Jungfrau

Von Anna Brodmann (3. Oktober 2021)

 

Mit Die Jungfrau von Orleans bringt das TiG ein Stück über Patriotismus, Fanatismus und die destruktive Kraft des religiösen Eifers in die Kirche – und beeindruckt damit auf vielen Ebenen.

Schillers Stück, das sich mit der Legende Jeanne d’Arcs, ihrem Aufstieg, militärischen Ruhm und Fall beschäftigt, war vor dem Hintergrund des aktuellen Zeitgeschehens (v.a. der Machtübernahme der beinahe ebenso religiös fanatischen Taliban), eine sehr zeitsensible Wahl des TiG. Und diese Aktualität und Zeitbezüge flechten sie auch geschickt auf verschiedene Weisen in die Vorstellung mit ein. Wer also Lust hat in der Geschichte die Probleme der Gegenwart zu entdecken und ein beeindruckendes und manchmal unbequem-wahres Stück anzuschauen, der ist mit der Jungfrau von Orleans gut beraten.

Herzschmerzsoap und Kindermord

Von Theresa Anna-Maria Ehrl (3. Oktober 2021)


Medea – Der Paukenschlag, mit dem das Große Haus des Theaters in Hof wiedereröffnet wurde. Ein griechischer Stoff mit epischen Harmonien, großer Emotion und einer Menge Nebelmaschinen. Das Theater fährt mit allem auf, was das sanierte Gebäude an neuer Bühnentechnik hergibt und zwar schon beim ersten Aufzug.

Wie verrückt kann der Olymp eigentlich spielen?

Von Elisa-Maria Kuhn (24. August 2021)


Das aktuelle Stück der Theatergruppe Wildwuchs Pandora: Ausgebüchst schöpft das Potenzial des griechischen Mythos auf humoristisch-überzogene Art aus und verwandelt die Eisengießerei Müller mit lauten Soundeffekten in Hephaistos‘ unterhaltsame Schmiede.

Auf full-blown Homoerotik

Von Therea Anna-Maria Ehrl (15. Juli 2021)


Darauf haben wir angestoßen, bevor wir zurück auf die Tribüne der Calderón-Festspiele gegangen sind. Traditionellerweise in der Alten Hofhaltung, traditionellerweise mit einem fantastischen Bühnenbild, traditionellerweise mit zwei Pole-Dance-Stangen in einem Shakespeare-Stück, na klar!

Wen würdest du nicht auf einer einsamen Insel treffen wollen

Von Theresa Ehrl (23. Juni 2021)

Stell dir vor, es ist Shakespeare und alle überleben. Stellst du es dir vor? Na, dann willkommen auf der einsamen Insel, auf der Prospero und seine Tochter Miranda herrschen. Vor fast 20 Jahren wurden sie von Prosperos machtgierigen Bruder auf einer einsamen Insel ausgesetzt. Mithilfe seiner Zauberkräfte macht sich Prospero die Insel Untertan und mit ihr den Luftgeist Ariel. Mit deren Hilfe beschwört der Hintergangene nun einen Sturm herauf, der nicht nur seinen Bruder, nun Herzog von Mailand, sondern auch den Herrscher der Region und dessen eingebildeten Sohn an Land spült.