Auf full-blown Homoerotik

Von Therea Anna-Maria Ehrl (15. Juli 2021)


Darauf haben wir angestoßen, bevor wir zurück auf die Tribüne der Calderón-Festspiele gegangen sind. Traditionellerweise in der Alten Hofhaltung, traditionellerweise mit einem fantastischen Bühnenbild, traditionellerweise mit zwei Pole-Dance-Stangen in einem Shakespeare-Stück, na klar!

Wen würdest du nicht auf einer einsamen Insel treffen wollen

Von Theresa Ehrl (23. Juni 2021)

Stell dir vor, es ist Shakespeare und alle überleben. Stellst du es dir vor? Na, dann willkommen auf der einsamen Insel, auf der Prospero und seine Tochter Miranda herrschen. Vor fast 20 Jahren wurden sie von Prosperos machtgierigen Bruder auf einer einsamen Insel ausgesetzt. Mithilfe seiner Zauberkräfte macht sich Prospero die Insel Untertan und mit ihr den Luftgeist Ariel. Mit deren Hilfe beschwört der Hintergangene nun einen Sturm herauf, der nicht nur seinen Bruder, nun Herzog von Mailand, sondern auch den Herrscher der Region und dessen eingebildeten Sohn an Land spült.

Der Zyklus der Weltverbesserung

Niklas Knüpling und Martje Kuhr (28. Mai 2021)

 


„Wir brauchen eine Perspektive“ steht groß über den Eingangstüren zum E.T.A .-Hoffmann-Theater in Bamberg, die sich nach vielen Monaten endlich wieder öffnen dürfen – wir, als Rezensöhnchen, sind froh, bei der Premiere von „Der Riss durch die Welt“ dabei zu sein!

Nicht nur das Theater selbst wünscht sich eine Perspektive, sondern auch die Figuren der ersten Premiére seit Pandemiebeginn – „Der Riss durch die Welt“. In ca. 1,5 h treffen sich zwei Paare zum Abendessen in „Toms Hütte“, welche sich als eine Villa aus Glas und Holz mit großartiger Aussicht herausstellt. Die Paare gehören jeweils zu unterschiedlichen Gesellschaftsschichten: Sophia und Jared aus dem „Ghetto“, wie sie es selbst nennen, und Tom und Sue, welchen ein Mobilfunkanbieter gehört und außerdem im Satellitengeschäft aktiv sind. Sofia und Jared sind bei Tom und Sue zu Besuch, weil sie ihnen ihr Kunstprojekt vorstellen wollen, einen Fluss aus Blut, Öl und toten Tieren, mit anderen Worten: den Riss durch die Welt.

„Verbrechensbekämpfung ist ein Handwerk. Man lernt es mit den Händen.“

Von Niklas Knüpling und Celine Buschbeck (27. Oktober 2020)


ETA Hoffmann Theater 20.10.2020

„Das Ueble zulassen, um das Gute zu tun“ – Der Theaterautor Björn SC Deigner baut mit Die Polizey das gleichnamige Fragment von Schiller aus und zeichnet die Geschichte der Polizei durch die Jahre der Kaiserzeit, des Nationalsozialismus, der DDR bis hin zur Neuzeit weiter. Er sieht sich zwar als politischen Schreiber, hat dabei jedoch nicht nur das Zeitgenössische im Blick. Genug Aktualität liegt dem Stück inne: Zwei Wochen nach der Ermordung George Floyds in den USA schickte Deigner den Entwurf an das ETA Hoffmann Theater. Schnell wird man im Laufe des Theaterspiels feststellen, dass das Personal der Polizei wechselt, die Mechanismen und Graubereiche jedoch die gleichen bleiben. So wird etwa der Fall Floyd nicht explizit erwähnt, seine Ursachen sind jedoch stets präsent.

„Haben Sie schon mal versucht, einen Traum zu umarmen?“

Von Sebastian Meisel (21. Oktober 2020)


Theater im Grünen - Wildwuchs Theater Bamberg 01. Oktober 2020

Weinberg. Wildwesen. Wechselspiele. Die jüngste Aufführung des Wildwuchs-Theaters ist mal wieder eine Herausforderung für den Zuschauer. Nicht nur aufgrund des unbeständigen Wetters, sondern weil er sich selbst in unterschiedlichen Rollen wiederfindet. Zwischen Nähe und Distanz. Frau und Mann. Und als Teil der Aufführung.