»Sein oder nicht sein…«

von Theresa Ehrl (24. April 2018)

 

© Werner Lorenz

 

In moderner Garderobe, an Tim Burton erinnernder Maske und in übertriebener, zeitgenössischer Manier bringt das Theater im Gärtnerviertel Hamlet auf die Bühne. 

Die Location, eine Lagerhalle der Firma upjers, steril und spartanisch eingerichtet, erinnert mit ihrem Teppichboden an einen Verkaufsraum und scheint erst die Atmosphäre zu stören, mit Beginn des Stücks aber wird mehr als klar, dass der Raum sehr wohl mit dem Flair der Inszenierung und dem plastikhaltigen Bühnenbild zusammenspielt und eine mit der Zeit sehr verstörende Wirkung hat.

Der Shakespeare’sche Klassiker um die Geschichte des Prinzen Hamlet, dessen Mutter kurz nach dem Tod ihres Ehemannes, dem König, dessen Bruder heiratet, welcher, wie sich sehr schnell herausstellt, der Mörder seines Bruders ist und an dem sich Hamlet, wie an seiner Mutter, rächen will, ist in gekürzter Fassung und unter Einbezug moderner Medien zu genießen, meint ein Zuschauer schon vorher und ist positiv überrascht vom gelungenen Medieneinsatz. 

Für meinen Geschmack waren mir die scheinbar zufällig eingeblendeten Binärcodes zu undurchsichtig, die kleinen Sätze jedoch, die auf einer Anzeigentafel über der Bühne stehen und wie Mottos bestimmter Szenen wirken, waren, wie ich finde, eine sehr kreative Idee.

Genauso kreativ wie schaurig war die Inszenierung des Geistes von Hamlets Vater. Wahrlich nichts für schwache Nerven, aber das sollen Geister ja auch nicht sein, richtig?

Alles in allem eine gewöhnungsbedürftige, aber zu guter Letzt eine, aus meiner Sicht, sehr gelungene und vor allem andere Umsetzung.

Der Rest ist Schweigen… und Abwarten auf die nächste spannende Neuinszenierung eines alten Stoffes!

 

Weitere Vorstellungen: 25. | 26. | 28. und 29. April 2018 || Spielort: Lagerhalle der Firma upjers im BI-LOG Gebäude in der Hafenstraße 13, Bamberg