Frösche, Buttermilch und Hokuspokus

von Svenja Zeitler (19. November 2018)



© Martin Kaufhold

Am 17. November hat das ETA Hoffmann Theater Alt und Jung mitgenommen auf eine echt verhexte Reise in die Welt von Otfried Preußlers Kinderbuch-Klassiker Die kleine Hexe. Mit viel Magie und Witz wurde die Premiere des diesjährigen Weihnachtsmärchens unter der Regie von Mia Constantine am Samstagnachmittag gefeiert.

Fast jeder kennt und liebt sie. Die kleine Hexe, die im gleichnamigen Kinderbuch von Otfried Preußler seit nunmehr über 60 Jahren Kinder sowie Erwachsene mit ihrer frechen, liebenswerten Art begeistert. In der Bühnenbearbeitung von John von Düffel brachte Regisseurin Mia Constantine das Märchen jetzt auf die Große Bühne des ETA Hoffmann Theaters.

Die Geschichte ist altbekannt: Die kleine Hexe will nichts lieber, als auf den großen Hexentanz zur Walpurgisnacht auf den Blocksberg zu gehen und dort bei den großen Hexen mitzufeiern. Das ist ihr mit ihren 127 jungen Jahren allerdings noch strengstens untersagt. Als sie kurzerhand gegen diese Regel verstößt, doch mitfeiert und natürlich erwischt wird, gibt ihr die Oberhexe (majestätisch: Florian Walter) die Chance, sich in einem Jahr einer Prüfung vor dem Hexenrat zu stellen und sich den großen Hexen als ebenbürtig zu beweisen. Jetzt heißt es also ein Jahr lang üben, üben, üben und eine gute Hexe werden. Dieser Aufgabe stellt sich die kleine Hexe hochmotiviert und mit Hilfe ihres klugen, vorlauten Raben Abraxas vollbringt sie mit ihrer Hexenkraft jede Menge gute Taten. Aber ob das die anderen Hexen, allen voran die böse Wetterhexe Rumpumpel (Iris Hochberger), so erfreuen wird?

„Buttermilch haben wir alle so furchtbar gern!“

Der Theater-Klassiker wurde hier bunt und turbulent inszeniert und besonders das liebevolle, einfallsreiche Bühnenbild und die extravaganten Kostüme (beides von Brigitte Schima) sind ein echter Augenschmaus und eine Freude für alle Zuschauer und nimmt diese mit in die kleine, gemütliche Hexenküche, zum gruseligen Blocksberg und auf den fröhlichen, bunten Markt. Das Ensemble beeindruckt durch ein dynamisches Spiel und begeisternde Effekte. Besonders Marie-Paulina Schendel und Paul Maximilian Pira glänzen als kleine Hexe und der sprechende Rabe Abraxas und geben ein starkes Team mit Comedy-Qualitäten ab. Herrlich komisch in ihren Rollen als Knusperhexe und kleine Vroni zeigt sich auch Marlene-Sophie Haagen.

Mit viel wilder Musik, Effekten, Lichtern und Wirbel zaubert sich die kleine Hexe durch das Jahr. Die amüsanten Gags, die bei den Erwachsenen nicht selten mehr Lacher hervorlockten als bei den kleinen Zuschauern, sind charmant und mit Witz eingesetzt. Doch neben all dem Trubel kommt auch die lehrreiche Botschaft für die Kleinen rund um die Entscheidung zwischen Gut und Böse nicht zu kurz.

„Manchmal muss man Gutes tun, indem man Bösen Schlechtes tut.“ Alles in allem findet man hier eine erfrischende, durchdachte Inszenierung und ein zauberhaftes Theaterstück für Kinder und Erwachsene über Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Mut.

Weitere Vorstellungen: 5., 6., 7., 8., 9., 10., 15., 16., 17., 18., 19., 20., 21., 22. und 26. Dezember, sowie 8. Januar