Der Dunkle im Spiegel

von Verena Bauer

Nicht das Leben E.T.A. Hoffmanns will Andris Plucis im Ballett E.T.A. Hoffmann – eine Moritat tänzerisch abbilden, und auch von eindeutig festgelegten Adaptionen seiner Werke sagt sich der Regisseur und Choreograph des Ballett-Ensembles am Landestheater Eisenach los. Vielmehr solle der Zuschauer sich auf die Bilder einlassen, die seine Tänzer auf der Bühne erzeugen, er solle diese auf sich wirken lassen und so ein „direktes Schauen“ ermöglichen.

Sag mir, wo die Rosen sind

von Katharina Holzhauser (18.11.2013)

Am 15. November 2013 spielte das Musiktheater-Duo „Ball & Jabara“ seine „Femmage“ an Hildegard Knef Aber schön war es doch im E.T.A. Hoffmann Theater in Bamberg. Sie zeigt das Leben und Wirken des ersten großen deutschen Nachkriegsstars im Rahmen eines fiktiven Interviews zwischen der Knef und einer jungen Journalistin – beide gespielt von Franziska Ball. Dabei setzt sich das Stück zu etwa gleichen Teilen aus ‚selbst erzählter‘ Lebensgeschichte und Gesangspassagen zusammen, die von Marty Jabara am Klavier begleitet werden.

Franziska Ball schrieb das Stück vor über 10 Jahren selbst, führt es seitdem immer wieder in Landshut und München auf und spielte aufgrund dessen sogar zwischen 2005 und 2009 die Hauptrolle im viel gefeierten Knef-Musical Der geschenkte Gaul. Spätestens seitdem hat sich die an renommierten Akademien in München und New York ausgebildete Schauspielerin und Sängerin auch als Darstellerin der ‚letzten deutschen Diva‘ einen Namen gemacht.

In Musiker-Kreisen mindestens ebenso bekannt ist Marty Jabara, der als Pianist, Komponist und musikalischer Leiter an bekannten Musicals wie dem König der Löwen oder Tarzan mitarbeitete, oder auf Privatpartys zahlreiche US-Präsidenten und Hollywood-Größen unterhielt.

„Menschen wie du und ich"

von Katharina Holzhauser

Donnerstag, 12. Dezember: Ein kühler und bewölkter Tag in der Bamberger Vorweihnachtszeit, tagsüber geschäftiges Treiben. Bisher keine besonderen Vorkommnisse in der Innenstadt. Dann, um etwa 19:30 betreten einige Besucher das E.T.A. Hoffmann Theater und bewegen sich nach dem Kartenkauf für die Abendvorstellung nichts ahnend zum Eingang des Theater-Treffs. Zu ihrer Überraschung werden sie vor Betreten des Saals jedoch vom Hals-Nasen-Ohren-Spezialist Dr. Böffkämper erst einmal auf zunächst unauffällige Erkrankungen, die die Vorstellung durch Husten oder Schnarchen stören könnten, hin untersucht.

Was einem die Phantasie nützt

von Sara Renner

"… Menschen, die mit fieberhafter Eile arbeiten, so wie ich es tue, sind eigentlich die größten Faulenzer. Sie hetzen sich ab, um so bald wie möglich berechtigt zu sein, nichts mehr zu tun. Jetzt kann ich meiner geheimen Schwäche, dem Müßiggang frönen…“ (aus: Peter Tschaikowskys Briefwechsel mit Nadeshda vom Meck, abgedruckt im Programmheft).

Was es heißt „mit fieberhafter Eile“ zu arbeiten, erfuhr Tschaikowsky am eigenen Leib, als er im Februar 1891 mit der Arbeit an dem Ballett Der Nussknacker begonnen hatte. Iwan Wsewoloshky, Theaterdirektor zu Petersburg hatte ihm den Auftrag dazu erteilt. Neben dem Ballett sollte jedoch gleichzeitig auch noch eine Oper entstehen, beide sollte dann im Dezember uraufgeführt werden. Doch Tschaikowsky merkte sehr schnell, dass er unter diesem Zeitdruck nichts Vernünftiges zustande brachte. So bat er Iwan schließlich, die zwei Aufführungen um ein Jahr zu vertagen, was ihm auch gewährt wurde. Die Uraufführung war dann auch ein großer Erfolg.