Frostige Zeiten

von Michelle Mück (17. Januar 2018)

 

 

Du liebst Herr der Ringe? Dann wird dir Jan Peter Andres´ Schwertläufer Band 1 - Die Reise nach Arangion ebenfalls gefallen. Zwar machen sich hier keine Hobbits und Zwerge aufgrund einer weltbewegenden Mission zu einer gefährlichen Reise auf, sondern ein Menschenjunge namens Robin und ein Elm namens Boffo, trotzdem erinnert der Fantasyroman in vielen Punkten an J. R. R. Tolkiens´ Meisterwerk. Der Name des ersten Kapitels »Feuer und Eis« zeigt, dass sich Jan Peter Andres nicht nur von Herr der Ringe, sondern auch von den Game Of Thrones-Büchern hat inspirieren lassen.

Andres entführt uns in eine komplett andere Welt als die unsere, voll von Fabelwesen und Magie. Diese Welt wird jedoch bedroht von einem Vulkan namens Tarantuil, der sie in eine Eiszeit zu stürzen droht. Robin und Boffo machen sich auf nach Arangion, um die Schlüssel von Ormor zu finden, von denen geglaubt wird, dass sie dieses Schicksal abwenden können. Doch ihnen werden auf ihrer Reise viele Steine in den Weg gelegt, die es zu überwinden gilt. Schaffen sie es die Schlüssel zu erlangen, bevor die Eiszeit losbricht?

Leben, irgendwie

von Marlene Hartmann (29. Dezember 2017)

 

 

Jung, planlos, depressiv. Das Profil einer ganzen Generation? Es scheint zumindest so, wenn man sich die Romane verschiedenster junger Autor*innen ansieht. So erkennt man dieses gewohnte Muster auch in Svenja Gräfens Debutroman Das Rauschen in unseren Köpfen – eine Geschichte um Liebe, Einsamkeit und Familie, in der man sich so leicht wiederfindet wie verliert.

Lene und Hendrik – es beginnt mit so etwas wie der Liebe auf den ersten Blick, geht über in eine suchtähnliche Beziehung und verläuft sich im Leben der beiden. Sie wohnt mit ihrer besten Freundin zusammen in Berlin, er kam gerade erst aus Hamburg. Ohne viel übereinander zu wissen, stürzen sie sich in ein gemeinsames Leben, das zum einen isoliert von der Außenwelt und zum anderen isoliert voneinander zu sein scheint.  Während man der von Anfang an zum Scheitern verurteilten Beziehung folgt, entfalten sich Familien- und Vergangenheitsgeschichten zu einem umfassenden Porträt zweier Figuren, die kaum unterschiedlicher hätten aufwachsen können, und doch zueinander gefunden haben.

Ein amerikanischer Albtraum 

von Katharina Stahl (12. Dezember 2017)

 

 

Noch heute verweigern sich die Vereinigten Staaten einer offenen Debatte über ein besonders dunkles Kapitel ihres Nationalmythos. Die beinahe vollständige Ausrottung der First Peoples wird zwar als Schandfleck innerhalb der US-historischen Geschichte anerkannt. Native Americans sind aber weiterhin Rassismus und Diskriminierung ausgesetzt, ihr ehemaliges Einflussgebiet ist auf Reservate begrenzt und Präsident Trump scheut sich nicht, Navajo-Veteranen unter dem Porträt des als »Indian Killer« berüchtigten Andrew Jackson zu empfangen. Welch sensible Erinnerungsarbeit eigentlich bitter nötig wäre, macht der renommierte Historiker und Zeit-Redakteur Aram Mattioli in seiner neuen Monographie deutlich. In dem 2017 erschienenen Band Verlorene Welten zeichnet er die Geschichte der First Peoples seit dem 17. Jahrhundert nach – dominiert von Kriegen, Hungersnöten und Ausbeutung, aber auch von Selbstbehauptung und Widerstand.

No land for the free

Zu Beginn seiner profunden Rundumschau gewährt Mattioli einen Einblick in eine geheimnisvolle, da historisch kaum erschlossene Welt: Das Nordamerika der präkolumbianischen Zeit, seines Zeichens keineswegs ein statischer Kulturraum, sondern Lebenswelt verschiedener Nationen, die sich im Kampf um Land und Ressourcen einerseits blutige Auseinandersetzungen lieferten, aber auch regen Handel betrieben und dabei prosperierende Kulturen erschufen. Von den Crow im Norden zu den Comanche im Süden erlebten die uralten Kulturen jedoch rasch nach ihrer »Entdeckung« durch die Europäer tiefgreifende Veränderungen. In Nordamerika bislang unbekannte Krankheitserreger wie Pocken, Masern und Typhus rafften schon in der ersten Phase dieser Begegnung Millionen Menschen dahin. Das Leiden der First Peoples stieß bei den Neuankömmlingen allerdings auf wenig Mitleid: Diese wollten in der Neuen Welt zwar ideale christliche Staaten gründen, die unzivilisierten Wilden, welche sich gegen die Besetzung ihres Landes auflehnten, galten jedoch als bloßes Hindernis auf ihrem Weg zum Seelenheil. Widerstand wurde mit drakonischen Gegenmaßnahmen bestraft. So schreckten die Briten nicht davor zurück, die Reihen der rebellischen Ohio-Nationen durch den gezielten Einsatz von Pockenerregern zu lichten. Auch private Feldzüge gegen die Natives, darunter die Mordserie der berüchtigten Paxton Boys, blieben ungeahndet.

Ein »Leben zwischen den Geschlechtern«

von Sophia Klopf (07. Dezember 2017)

 

 

 

Dass Bücher nicht nur dazu da sind, um zu unterhalten, sondern auch, um neue Perspektiven zu vermitteln, zeigt iO Tillett Wrights Buchdebut Darling Days. Die Autobiografie begleitet Wrights Leben von seiner frühen Kindheit bis zur Adoleszenz und zeigt buchstäblich ein »Leben zwischen den Geschlechtern«.

Wright, geboren als Mädchen, beschließt im zarten Alter von sechs Jahren, als Junge zu leben. Dank seiner toleranten Eltern, die getrennt leben, bereitet ihm das zuhause keine Schwierigkeiten, dennoch verbringt er seine Zeit in der Schule in Angst, dass er auffliegen könnte und so der Ausgrenzung und des Mobbings der anderen Kinder ausgesetzt ist. Als er schließlich in die Pubertät kommt, fühlt er sich eher als Frau und lebt so weiter. Dass er lesbisch ist, macht ihm zum Glück eher weniger Probleme, dennoch spürt man die Verwirrung, die ihn als junge Frau stetig begleitet und der Auslöser ist, dass er in Schwierigkeiten gerät, sich teilweise sogar absichtlich hineinmanövriert.

Ein Spiel mit vielen Verlierern 

von Michelle Mück (28. November 2017)

 

 

Tadeus hat es endlich geschafft: Er hat seine Sucht besiegt. Jahrelang war er abhängig – von Drogen, von Alkohol, aber hauptsächlich vom Spielen. Doch als er eine kunstvolle alte Karte findet, gerät Tadeus in ihren Bann und seine Selbstbeherrschung wird stark auf die Probe gestellt. Tadeus merkt schnell, dass die Karte sehr begehrt ist und über Leichen gegangen wird, um sie zu bekommen. Er fällt den Entschluss, der Sache auf den Grund zu gehen, doch die Karte birgt ungeahnte Gefahren…

Auch Hyun ist vom Kartenspiel betroffen. Ihr Verlobter starb nach einem Kartenspiel in Marokko – angeblich war es ein Unfall. Doch Hyun spürt, dass da mehr dahintersteckt. Auch sie will herausfinden, was es mit den Karten auf sich hat. Sie und Tadeus beschließen zusammen zu arbeiten. Doch haben sie auch das gleiche Ziel?