Von Orangenbonbons, Täubchen und alten Träumen

von Svenja Zeitler (18. April 2018)

 

 

Eine unglückliche Liebe, ein wenig Magie und eine letzte, schwierige Herausforderung – davon handelt der Debütroman Eine Liebe ohne Winter von YouTube- und Musical-Star Carrie Hope Fletcher. Wir begleiten die verstorbene Evie Snow auf der Mission nach ihrem Tod ihre Geheimnisse zu lüften und endlich Ruhe zu erlangen – nach einem Leben voller Aufopferung und Abenteuer.

Als Evie Snow nach ihrem Tod wieder Bewusstsein erlangt, findet sie sich im Körper ihres 27-jährigen Ichs wieder, in einem Gebäude das sie damals vor langer Zeit bewohnt hat und in der sie ihre einzig wahre, jedoch auch zum Scheitern verurteilte Liebe erfahren hat. Das alte Wohnungsgebäude stellt ihren Wartebereich für den Himmel dar. Ihre Seele ist allerdings noch nicht bereit, die Schwelle zu überschreiten und bevor sie endgültig diese Welt verlässt, muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen und drei Reisen zurück ins Reich der Lebenden antreten, um ihre Geheimnisse zu enthüllen und mit ihrer Vergangenheit abzuschließen.

Geschichten aus dem Badezimmer

von Marlene Hartmann (15. April 2018)

 



Die besten Ideen bekommt man an den seltsamsten Orten. Oder an den alltäglichsten. Friederike Schilbachs Buchidee überkam sie im Badezimmer einer Freundin, das sie so sehr begeisterte, dass sie sich ein Foto samt kurzem Text schicken lies. Darauf folgten weitere Fotos von anderen Freundinnen, bis ein ganzes Sammelsurium von verschiedenen Badezimmerschnappschüssen von den unterschiedlichsten Frauen aus der ganzen Welt zusammenkam und aus dem schließlich The Bathroom Chronicles entstand. 

Ob Autorinnen, Regisseurinnen, Malerinnen oder Schauspielerinnen; sie alle zeigen Bilder aus ihren Badezimmern und geben damit Einblicke in ihr Leben, denn »[e]s ist ein intimer Raum, vielleicht der intimste der ganzen Wohnung, in dem sie ihr Leben ausbreiten, sich selbst gegenübertreten, beim Aufwachen oder vor dem Ausgehen, ihre Identität konstruieren, ein Selbstporträt schaffen.«

Wer ist nochmal Akuzenji?

von Florian Grobbel (13. April 2018)

 

 

Helden, Intrigen, zahlreiche brutale Tode und irgendwas mit Magie. Das funktioniert nicht nur in der Welt von George R.R. Martin. Lian Hearn, große Liebhaberin der japanischen Kultur, entführt uns in mit dem ersten Band der „Legende von Shikanoko“ in ein altertümliches Japan, welches kurz vor einem erbitterten Krieg zwischen den zwei führenden Clans steht, bei dem es um nichts anderes als den Kaiserthron geht. Und mitten im Geschehen steht Shikanoko – das Kind des Hirsches, der eigentlich nur auf Rache sinnt.

Hearn beginnt ihren Roman mit einer Situation, wie sie klassischer nicht sein könnte. Der junge Kazumaru, welcher später der titelgebende Shikanoko werden soll, ist der rechtmäßige Thronfolger seines Heimatortes Kumayama. Nichtsahnend gerät er in eine tödliche Falle, gestellt von seinem machtgierigen Onkel Sademasa (Nein, das ist nicht japanisch für »Claudius«). Jedoch wird Shikanoko in letzter Sekunde vor dem tödlichen Pfeil bewahrt, da ein Hirsch schützend vor ihn springt und sich somit opfert. Daraufhin flieht Shika in den »schwarzen Wald«, wo er bald erschöpft bei einem Zauberer unterkommt, welcher ihm verkündet, dass er nun »das Kind des Hirsches« sei und übermenschliche Kräfte erlangt hat. Die Magie bündelt der Zauberer in eine Maske, welche nur Shikanoko tragen kann. Für diesen beginnt nach seiner Genesung eine abenteuerliche Reise. Nachdem sich das Kind des Hirsches zunächst dem Räuberhäuptling Akuzenji anschließt, gelangt er bald an den Hof des Fürsten Kiyoyori, um daraufhin als Geisel genommen zu werden, von keinem geringeren als dem diabolischen Fürstabt, der es auf den Kaiserthron abgesehen hat und natürlich allzu sehr an Shikanokos magischer Maske interessiert ist.

Wer gibt uns das Recht über Leben und Tod zu entscheiden?

von Ines Reckziegel (31. März 2018)

 

 

»Die größte Errungenschaft der Menschheit war nicht die Überwindung des Todes. Es war die Beendung von Regierungen.« 

Stellt euch vor, ihr lebt in der perfekten Welt. In einer Welt voller Wohlstand, Frieden und Unsterblichkeit. In einer Welt, die von einer künstlichen Intelligenz geleitet wird und in der Menschen nicht mehr natürlich sterben. In Neal Shustermans Roman Scythe – Die Hüter des Todes leben Citra und Rowan in genau so einer Welt und werden gegen ihren Willen zum Scythe berufen. Das Scythetum wurde gegründet, um die Erde vor Übervölkerung zu schützen und ihre Mitglieder müssen dafür sorgen, dass jedes Jahr eine bestimmte Anzahl an Menschen stirbt. Während ihrer Ausbildung sehen sich Citra und Rowan mit verschiedenen Denkweisen der Scythe konfrontiert und Rowan wird immer mehr von der dunklen Seite eingenommen. Am Ende kann nur Einer überleben. Citra oder Rowan? Licht oder Dunkelheit?

Wie Macht verführt

von Rebekka Barta (24. März 2018)

 

 

»Ist es für unschuldige Kinder wirklich so leicht verdorben zu werden?« In seinem neuen Roman Der Junge auf dem Berg beantwortet John Boyne diese Frage und zeigt, wie leicht es wirklich ist.

Mit dem Roman Der Junge im gestreiften Pyjama feierte John Boyne weltweit große Erfolge. In Der Junge auf dem Berg greift er die Dritte Reich Thematik erneut auf und macht deutlich, welche verführerische Wirkung Macht auch schon auf die Jüngsten unter uns ausübt.