Guck guck, wer wohnt denn da? Entdeckungsreise mit dem kleinen Braunbären

Von Jasmin Wieland (08. Januar 2021)


Britta Teckentrups und Patricia Hegartys Bilderbuch Zuhause. Wie die Tiere leben ist kein Bilderbuch wie jedes andere. Das zeigt bereits der Einband. Sofort fällt das Guckloch ins Auge, indem sich liebevoll illustriert der kleine Braunbär und der große Braunbär schnauzküssen. Gleichzeitig verzaubert der außergewöhnliche illustrative Stil. Und dann wäre da ja noch die Haptik des Buches, eine raue Oberfläche, die an einen Waldboden erinnert – uneben, mit Profil, einem Barfußpfad gleich – und die einem unmittelbar ein Gespür dafür gibt, was einen erwartet: Eine unglaublich aufregende und lebendige Entdeckungsreise.

Ein Theater der Kunst

Von Paula Heidenfelder (07. Januar 2021)


Leah Haydens Miss Guggenheim ist der Reihe Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe zuzuordnen, bei der sich jedes Buch einer anderen Protagonistin widmet, die mit verschiedenen Künsten und KünstlerInnen in Verbindung steht. Im Roman treffen die LeserInnen auf die Hauptfigur und Galeristin Peggy Guggenheim, den Künstler Max Ernst, verschiedene Kunstwerke und -richtungen der abstrakten und ‚entarteten‘ Kunst zu der Zeit des Zweiten Weltkriegs sowie zahlreiche Namen aus der Welt der Kunst. Dass Peggy Guggenheim Kunst lebt, steht im Zusammenhang mit den zentralen Themen des Widerstandes, des Durchbruchs und der Liebe.

Der Mensch lebt 50 Jahre

Von Hannah Deininger (28. Dezember 2020)

Soichiro Kaji, 49 Jahre, ist ein vorbildlicher Polizist: Seit mehr als 30 Jahren im Dienst, Ausbildungsleiter an der Polizeischule, ausgezeichneter Ruf. Bis er sich eines Morgens bei der Kriminalpolizei selbst anzeigt – er habe seine an Alzheimer erkranke Ehefrau Keiko erwürgt. Zunächst scheint der Fall eindeutig, da der Tatverdächtige ein vollständiges Geständnis zum Tathergang ablegt. Doch Kaji hat sich erst zwei Tage nach der Tat gestellt und zu diesem Zeitraum schweigt er beharrlich. Kriminalkommissar Kazumasa Shiki und Staatsanwalt Morio Sase ermitteln auf eigene Faust weiter und entdecken in Kajis Wohnung eine Kalligrafie: Der Mensch lebt 50 Jahre. Es scheint, als wolle sich Kaji mit 50 Jahren das Leben nehmen. Aber warum ausgerechnet dann?

Wer möchten wir sein?

Von Janet Ghotoyian (25. November 2020)


Die Freundinnen Hannah, Cate und Lissa haben mit zwanzig in einer WG in London gelebt und steckten voller Pläne für die Zukunft. Jetzt mit Mitte dreißig stehen sie an ganz unterschiedlichen Punkten ihres Lebens. Hannah wünscht sich sehnlichst ein Kind, was ihre Ehe zu Nathan auf die Probe stellt. Cate ist nach der Geburt ihres Kindes mit ihrem Mann nach Canterbury gezogen. Doch statt Mutterglück verspürt sie eine immer größer werdende Leere. Lissa scheint nach einer schwierigen Beziehung endlich ihrem Traum einer Schauspielkarriere näherzukommen.

Du sitzt da und bist ein Wunder

Von Florian Grobbel (19. November 2020)


Vielleicht ist es das Buch der Stunde. Kurz vor dem Ausbruch einer weltweiten Pandemie, in der sich ein jeder plötzlich seiner eigenen Körperlichkeit bewusst wird, erscheint Eine kurze Geschichte des menschlichen Körpers von Bill Bryson, dem Meister der simplen Erklärungen. Ein Buch, das einem die Möglichkeit gibt, sich nicht nur der Verletzlichkeit des eigenen Selbst bewusst zu machen, sondern auch um einen Moment inne zu halten und sich zu freuen, was für ein großartiges biologisches Meisterwerk wir doch sind.