Die Geschichte einer tragischen Flucht

von Janet Ghotoyian (07. August 2019)

 

Ich hatte gehofft, wir können fliegen erzählt die tragische Geschichte des letzten Mauertoten im Jahr 1989. Der Ingenieur Winfried Freudenberg und seine Frau Sabine leben in Ostberlin. Da sie das Leben in der DDR als erdrückend empfinden, fassen sie einen abenteuerlichen Entschluss: In einem selbstgebauten Ballon wollen sie in den Westen fliehen. In einer kalten Nacht bricht das Ehepaar Freudenberg auf, doch der Plan geht anders aus als erhofft. Am nächsten Tag findet die Westberliner Polizei die Leiche des Mannes. Von der Frau fehlt jede Spur.
25 Jahre später wird die Autorin Caroline Labusch auf den wahren Fall aufmerksam. Zusammen mit einem Freund möchte sie anhand von Recherchen herausfinden, was in jener Nacht geschehen ist und eine literarische Aufarbeitung der Begebenheit vornehmen.

Dickhäuter-Spieleabenteuer in der Savanne

von Jasmin Wieland (27. Juli 2019)



"Dein Rüssel ist zu viel kurz." "Du kannst leider nicht mitmachen." Traurig verkriecht sich der leiseste Elefant hinter einen Baum. Nicht mitspielen dürfen. Ein Gefühl, das jeder kennt und das sich total blöd anfühlt. Wer mag schon am Seitenrand stehen und den anderen dabei zusehen, wie sie Spaß haben?

Der Nachfolger von Harry Potter ­– nicht!

von Theresa Pausenberger (20. Juli 2019)


 

Die Spiegelreisende von Christelle Dabos wurde in den letzten Wochen als "Nachfolger von Harry Potter" gehyped. Da in einer Woche der zweite Teil herauskommt, finde ich es nur gerecht, euch zu sagen, warum ich das nicht so sehe.

Die Welt der Hauptperson Ophelia ist in 21 "Archen" unterteilt – Inseln, die im Nichts schweben und die jeweils von einem Familiengeist beherrscht werden. Das Mädchen lebt auf der Arche Anima, wo diese Geschichte beginnt, und kann Gegenstände "lesen" -bei einer Berührung von Ophelia offenbart sich die Vergangenheit des Gegenstands- sowie durch Spiegel gehen.

Nicht von dieser Welt
Von Theresa Ehrl (30. Juni 2019)

 

 

 

Seanen McGuire erzählt in ihrem Buch Der Atem einer anderen Welt nicht nur eine spannende und herzzerreisende Geschichte, sondern gleich mehrere. Und alle haben sie etwas gemeinsam. Sie handeln von Kindern, die nicht in diese Welt gehören. Sie sind affiner höherem oder logischem Unsinn, Reim und Logik oder diversen Unter- und Überwelten oder eben alles zugleich.
Habt ihr euch schon einmal gefragt was mit den Geschwistern Peter, Susan, Edmund und Lucy Pevensie passiert, nachdem sie durch den Wandschrank Narnia verließen und wieder in London gelandet sind? Vielleicht wurden sie zu Schülern von Eleanors Schule für Kinder auf Abwegen.

Ein Rückzugsort, getarnt als Internat für schwer erziehbare Kinder, für diejenigen, die eine Tür zu ihrem richtigen Zuhause gefunden haben, eine Tür zu einem für sie richtigen Zuhause, das sie aus den unterschiedlichsten Gründen verlassen mussten. Eine Schule für Kinder, die ihre wahre Heimat vermissen und für die „Hoffnung“ ein böses Wort ist, denn für die meisten öffnet sich die magische Tür nie wieder.

Über die absolute Wirksamkeit von Satire
von Anna Brodmann (28. Juni 2019)

 

 

Bekannter Weise schrieb Martin Sonneborn seine Diplomarbeit über „Die absolute Wirkungslosigkeit von Satire“. Ohne hinterfragen zu wollen wie er es trotz dieses Wissens ins Europaparlament geschafft hat, muss man nach der Lektüre seines neuen Buches „Herr Sonneborn geht nach Brüssel – Abenteuer im Europaparlament“ sagen, dass er sich wohl selbst wiederlegt hat. Satire ist wirksam – wenn auch auf unvorhergesehene Weise.

Martin Sonneborns Bericht über seine aberwitzige Zeit in Brüssel ist das mit Abstand unterhaltsamste, lehrreichste und schockierendste Buch des Jahres. Sein trockener Humor in Verbindung mit seinen witzigen Aktionen (z.B. dem Geldverkauf der PARTEI) und merkwürdigen Begegnungen (z.B. mit Marie Le Pen) sorgten dafür, dass ich das Buch wegen ständiger Lachanfälle nur ungern in der Gegenwart anderer Menschen gelesen habe.