Lesen, verlieben, warten.

von Ines Reckziegel (10. Juni 2018)

 

 

Disclaimer: Eigentlich habe ich Save Me von Mona Kasten nur gelesen, weil sich der Klappentext ein bisschen anhörte wie 50 Shades of Grey und ich was lesen wollte, worüber ich mich amüsieren kann. Ich hatte also keine großen Erwartungen an das Buch und wurde sehr positiv überrascht.

Ruby Bell geht auf eine der renommiertesten Privatschulen Englands, aber nicht weil ihre Eltern reich sind, sondern weil sie ein Stipendium bekommen hat. Ihre Mitschüler schwimmen nur so im Geld, feiern wilde Partys und können sich so manchen Spaß erlauben - die Eltern zahlen ja schon, wenn was schief läuft. Rubys Traum ist es nach Oxford zu gehen und dafür hat sie hart gearbeitet. Doch in ihrem letzten Schuljahr sieht sie etwas, was ihre ganze Arbeit kaputt machen könnte, denn nachdem sie die letzten Jahre erfolgreich unsichtbar war, weiß nun die High Society vom Maxton Hall College wer sie ist. Allen voran James Beaufort. Er verkörpert alles, was Ruby abstoßend findet, doch während sie einfach nur alleine gelassen werden möchte, setzt James alles daran sie im Blick zu behalten. Was folgt sind unangenehme Situationen, in denen beide merken, dass da etwas zwischen ihnen ist, wogegen sie nicht ankommen. Und langsam aber sicher verliebt sich Ruby in James, auch wenn sie das eigentlich gar nicht will...

Standardprobleme und Erinnerungsfetzen in Bratislava

von Sophia Klopf (27. April 2018)

 

 

Sich in der eigenen Heimat fremd fühlen, nicht wirklich zu wissen, was das nächste Ziel im Leben ist – das sind mittlerweile wohl die Standardprobleme junger Menschen in der Literatur. In Café Hyena sieht es da ähnlich aus.

Elza, Ian, Rebeka und Elfman (der nur bei seinem Nachnamen genannt wird) verbinden eine Freundschaft und ähnliche Ansichten im Leben. Oft treffen sie sich im, für das Buch namensgebende, Café Hyena, um zu diskutieren und zu schreiben. Dort entfliehen sie ihrem Alltag und schwören sich, dass immer jemand aus der Gruppe arbeitet, um alle vier finanziell durchzubringen. Nur weil sie mit dem Geld zurechtkommen, sind sie aber nicht vor anderen Problemen gefeit. Elza weiß nicht wohin in ihrem Leben und verliebt sich zwischendurch in einen anderen. Rebeka muss in die Psychiatrie. Elfman kommt nicht klar, dass seine Freundin in der Klinik ist und verlässt die Stadt. Ian existiert eigentlich nur in Nebensätzen, obwohl er noch auf dem Klappentext als wichtiges Mitglied der Gruppe deklariert wird.

Einfach nur ein Traum

von Florian Grobbel (22. April 2018)

 

 

Manchmal hat man diese ganz besonderen Momente im Leben. Diese Momente, in denen man so in eine Geschichte eingetaucht ist, dass man die reale Welt völlig vergisst. Dann wacht man förmlich auf und merkt, dass man sich gar nicht mehr so genau an alles erinnern kann. »Es war wie die Szene aus einem Traum. Es war einfach wunderschön anzusehen.« Und damit sind wir schon mittendrin in Makoto Shinkais Romanvorlage zu dem unfassbaren Film your name.

Die Idee scheint so abgedroschen. Ein Junge aus der Großstadt Tokio und ein Mädchen aus der japanischen Provinz, beide im pubertären Alter der Selbstfindung und mit allerlei Problemchen, tauschen von einem Tag auf den anderen die Körper. Natürlich schweben einem sofort die Bilder der zahlreichen Filme und Serien vor Augen, die genau das schon mal gemacht haben. Doch sogar der Witz dieser Ausgangssituation kommt bei Makoto Shinkai so frisch rüber, dass man gerne alles vorherige dieses »Body-Switch-Genres« vergisst.

Von Orangenbonbons, Täubchen und alten Träumen

von Svenja Zeitler (18. April 2018)

 

 

Eine unglückliche Liebe, ein wenig Magie und eine letzte, schwierige Herausforderung – davon handelt der Debütroman Eine Liebe ohne Winter von YouTube- und Musical-Star Carrie Hope Fletcher. Wir begleiten die verstorbene Evie Snow auf der Mission, nach ihrem Tod ihre Geheimnisse zu lüften und endlich Ruhe zu erlangen – nach einem Leben voller Aufopferung und Abenteuer.

Als Evie Snow nach ihrem Tod wieder Bewusstsein erlangt, findet sie sich im Körper ihres 27-jährigen Ichs wieder, in einem Gebäude, das sie damals vor langer Zeit bewohnt hat und in der sie ihre einzig wahre, jedoch auch zum Scheitern verurteilte Liebe erfahren hat. Das alte Wohnungsgebäude stellt ihren Wartebereich für den Himmel dar. Ihre Seele ist allerdings noch nicht bereit, die Schwelle zu überschreiten und bevor sie endgültig diese Welt verlässt, muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen und drei Reisen zurück ins Reich der Lebenden antreten, um ihre Geheimnisse zu enthüllen und mit ihrer Vergangenheit abzuschließen.

Geschichten aus dem Badezimmer

von Marlene Hartmann (15. April 2018)

 



Die besten Ideen bekommt man an den seltsamsten Orten. Oder an den alltäglichsten. Friederike Schilbachs Buchidee überkam sie im Badezimmer einer Freundin, das sie so sehr begeisterte, dass sie sich ein Foto samt kurzem Text schicken lies. Darauf folgten weitere Fotos von anderen Freundinnen, bis ein ganzes Sammelsurium von verschiedenen Badezimmerschnappschüssen von den unterschiedlichsten Frauen aus der ganzen Welt zusammenkam und aus dem schließlich The Bathroom Chronicles entstand. 

Ob Autorinnen, Regisseurinnen, Malerinnen oder Schauspielerinnen; sie alle zeigen Bilder aus ihren Badezimmern und geben damit Einblicke in ihr Leben, denn »[e]s ist ein intimer Raum, vielleicht der intimste der ganzen Wohnung, in dem sie ihr Leben ausbreiten, sich selbst gegenübertreten, beim Aufwachen oder vor dem Ausgehen, ihre Identität konstruieren, ein Selbstporträt schaffen.«