Von Pendler-Geistern und sprechenden Füchsen

von Hannah Deininger (18. Oktober 2018)



Die Fans des Polizisten und Zauberlehrling Peter Grant dürfen sich freuen: Erstmals ist eine Kurzgeschichte um den humorvollen Kommissar aus London von Ben Aaronovitch erschienen. In Geister auf der Metropolitan Line geht Peter Grant auf knappen 171 Seiten auf Geisterjagd. Mit dabei sind die aus den vorherigen Fällen bekannten Gehilfen: sein Chef und voll ausgebildeter Zauberer Nightingale, seine Cousine Abigail (ebenfalls angehender Zauberlehrling) sowie der Magieschnüffelhund Toby.

Peter Grant wird zu Hilfe gerufen, da es in der letzten Zeit gehäuft zu seltsamen Zusammenstößen zu Stoßzeiten in der U-Bahn gekommen ist. Alle Vorfälle haben gemeinsam, dass ein Fahrgast belästigt wird, sich aber nach wenigen Minuten nicht mehr an den Vorfall erinnern kann. Das schreit geradezu nach „abstrusem Scheiß“, wie alles im Zuständigkeitsbereich von Grant von der Londoner Polizei genannt wird. Der Polizist legt sich auf die Lauer und schnell wird klar: Aus den Vororten nach London pendelnde Geister sind das Problem. Als einer der Geister vor den Augen der Ermittler in seine Einzelteile zerfällt (ein höchst ungewöhnliches Verhalten für Geister, müssen Sie wissen), wird Handlungsbedarf durch den Arm des Gesetzes endgültig klar.

Ben Aaronovitch gelingt es auf wenigen Seiten einen spannenden Fall zu konstruieren, der sich am Ende unerwartet auflöst. Schön ist, dass das Buch unabhängig von Grants vorherigen Fällen lesbar ist, dennoch gibt es immer wieder kurze Querverweise für den bereits Peter-Grant-erfahrenen Leser. Wie für den Kommissar typisch, ist auch in diesem Roman der Grundton sarkastisch bis zynisch, was dem Leser immer wieder ein Lachen entlockt. Alles in allem handelt es sich um eine kurzweilige und für Fans des Übernatürlichen und Spannenden lesenswerte Geschichte. Da bleibt einem nur noch sehnsüchtig auf den nächsten Fall zu warten!
 

Ben Aaronovitch
Geister auf der Metropolitan Line
dtv 2018
171 Seiten
8,95 Euro