Vom Leben unter Galliern

von Susanna Blum (21.10.2012)

Wer schon einmal in Paris war, der weiß, dass man dort nicht nur die romantische Atmosphäre der „Stadt der Liebe“ und das französische „savoir vivre“ vorfindet. Ohne gründliche Vorkenntnisse kann die Lebensweise der Franzosen einen Deutschen ganz schön überfordern. Sascha Lehnartz, der als Paris-Korrespondent der „Welt“ arbeitet, beschreibt in seinem Buch Unter Galliern. Pariser Leben die positiven und negativen Erlebnisse, die das Leben in Frankreich mit sich bringen kann.

So schildert er beispielsweise die gewöhnungsbedürftige Arbeitsweise der französischen Klempner und ihre willkürlichen Arbeitszeiten, ebenso korrupte Schlüsseldienste, die eigentümliche Geruchswelt der Pariser Metro, Auftau-Baguettes mit Schinkenplagiat und das aussichtslose Unterfangen der Parkplatzsuche in Paris. Wer mit der französischen Lebensweise schon etwas vertraut ist oder Frankreich aus dem Urlaub kennt, findet in diesem Buch zahlreiche Parallelen zu eigenen Erlebnissen mit den Franzosen. Zudem beschreibt Lehnartz die französische Lebensweise auf so humorvolle und oft sarkastische Weise, dass man während des Lesens gar nicht aufhören kann zu Schmunzeln. Auch für Leser ohne Frankreich-Kenntnisse oder solche, die eine Reise in unser Nachbarland planen, ist dieses Buch äußerst hilfreich. Nicht nur, weil es zahlreiche Tipps enthält, sondern auch weil man damit wahrscheinlich einigen Fettnäpfchen aus dem Weg gehen kann.

Sascha Lehnartz
Unter Galliern. Pariser Leben
Ullstein Verlag 2011
383 Seiten
16,99 Euro (gebundene Ausgabe)