Tauchgang mit den großen Säugern

Von Jasmin Wieland (23. April 2021)


Sie tauchen hinab und durchziehen die Weltmeere, um dann wieder an die Oberfläche zu schwimmen und Luft zu holen, mit ihrer Flosse als Markenzeichen. Manche katapultieren ihre schweren Körper aus dem Wasser, um sich dann wieder hineinplatschen zu lassen. Andere fliegen dynamisch durch die Luft, ehe sie ins Blau eintauchen. Die Welt der Wale ist eine äußerst facettenreiche und gerade für die Wissenschaft sehr interessante, etwa wenn es um die Walgesänge geht. Smriti Prasadam-Hallis und Jonathan Woodward führen mit ihrem Bilderbuch Das geheime Leben der Wale für Kinder ab 7 Jahren mit zahlreichen Fakten ins Leben der Meeressäuger ein und betonen dabei die Bedeutung der Wale für unser Ökosystem.

Hinter dem Eisernen Vorhang

Von Celine Buschbeck (18. April 2021)


„Wenn du die Freiheit des Denkens aufgibst, dann löst sich dein tatsächliches Sein Tropfen für Tropfen auf.“

Mitten in Paris betreibt Laure ein Museum der unerfüllten Versprechen und verleiht zahlreichen Geschichten einen Platz für die Ewigkeit. Ihre eigenen Dämonen der Vergangenheit sind dennoch omnipräsent und werden von der neugierigen Journalistin May Stück für Stück freigelegt. Denn was Laure damals hinter dem Eisernen Vorhang passierte, hatte sich in ihre Seele gebrannt. Schnell wird Laure am eigenen Leib bewusst, dass ihre Freiheit und ihr Vertrauen alles ist, wonach sich der kommunistische Staat verzehrt und was sie mit all ihrer Kraft verteidigen muss.

„Frauen und Literatur bleiben, was mich betrifft, ungelöste Probleme“

Von Anna Brodmann (31. März 2021)



Der Kampa Verlag bringt mit Ein Zimmer für sich allein von Virginia Woolf einen „feministischen Klassiker“ in neuer sehr hübscher Form zurück in die Läden. Doch, wie es bei den meisten Klassikern ist, zeigt sich bei der Lektüre schnell, dass nicht alles daran großartig war. Und besonders deshalb lohnt sich im Jahr 2021 noch einmal der Blick in ein feministisches Manifest der 1920er Jahre – denn vieles von dem was vor 100 Jahren gefordert wurde steht auch heute noch auf den Plakaten der (weltweiten) Frauenbewegung, vieles andere scheint im Licht des neuen Millenniums auch überholt oder gar problematisch.

Gedankenreise an der Reling. Gustav Mahlers letzte Reise.

Von Jasmin Wieland (19. März 2021)


„Der letzte Satz“, so der Titel von Robert Seethalers neuestem Roman. Ein Titel, der – hat man einmal den Klappentext gelesen und weiß, dass es sich um Gustav Mahlers letzte Reise auf einem Schiff von New York nach Europa handelt, also um einen der berühmtesten Komponisten und Dirigenten um die Jahrhundertwende – durch seine Doppeldeutigkeit genial gewählt ist. Der „Satz“, ein Wort, das Musik und Literatur verbindet und das durch die Präzisierung mit „letzte“ noch einmal dramatischer wird: Der letzte gesprochene Satz aus dem Munde eines Menschen, der dahinschwindet – auch wenn wir diesen letzten Satz im Roman nie hören bzw. lesen; der letzte dirigierte oder komponierten Satz – auch diesen werden wir im Roman nicht hören; doch aber den letzten geschriebenen Satz, den vom Autor verfassten. Seethaler erzählt in Der letzte Satz wieder einmal eine Lebensgeschichte bzw. lässt sie Revue passieren, mit überraschender, wenn auch etwas überflüssiger Wendung am Ende.

Reimparty mit viel Geschmunzel

Von Jasmin Wieland (19. März 2021)


Was für ein Cover! Ein schlichter, doch künstlerischer Schriftzug in der Mitte: T-I-E-R in klaren Großbuchstaben und in Druckschrift; H-I-E-R in Kleinbuchstaben und in Schreibschrift. Dann der geschwungene Pfeil, der auf ein braunes Etwas zeigt, das sich in einer Dschungellandschaft versteckt. Was ist das? Ein Hund? Ein (Teddy)Bär? Der Titel Tier hier von Elsa Klevers Bilderbuch für Kinder ab 2 Jahren gibt sofort einen Hinweis darauf, was uns im Buch bevorsteht: Eine einzige Reimparty! Gleichzeitig wird einem direkt wohl ums Herz beim Anblick der Zeichnungen in wunderschönen, gedeckten Farben, deren Stil ein Mix aus allem Möglichem ist: Von Aquarell und Acryl bis hin zu Buntstift.