Theory of Everything

von Kevin Dühr (9. Dezember 2015)

 

 

Das sich im leeren Raum ausbreitende Universum beinhaltet schätzungsweise einhundert bis zweihundert Galaxien. In jeder Galaxie finden sich etwa einhundert Milliarden Sterne und zehn Milliarden Planeten. Auf mindestens einem dieser Planeten leben ungefähr sieben Milliarden Menschen in 194 Staaten. In einem dieser Staaten leben über 80 Millionen Menschen in mehr als 2.060 Städten. 
Friedberg in der Wetterau hat heute knapp 28.000 Einwohner und einer davon war in den 1980er Jahren der fünfzehnjährige Andy. Nach dem Zimmer, dem Haus und der Straße erkundet Andreas Maier im vierten Teil seines Wetterauer Romanzyklus' den Ort und die großen Zusammenhänge im Kleinen.

Not My Cup of Tea

von Alena Verrel (2. Dezember 2015)

 

 

 

Es ist immer schwierig, eine Rezension zu verfassen. Schwieriger noch, eine Rezension zu schreiben zu einem Buch, was einen nicht begeistern konnte. Wie kann man sich auch der Arbeit, die der Autor in das Buch gesteckt hat, dem Herzblut, welches in es hineinfloss, entziehen?
Einen Verriss will man ganz sicher nicht schreiben, schon zu viele schlechte Aufsätze und Hausarbeiten hat man im Leben gelesen um nicht erkennen zu können, dass sich jemand hier tatsächlich Mühe gegeben hat. Man beginnt, an sich selbst zu zweifeln: Habe ich mir nicht genug Zeit gegeben? Bin ich eventuell zu gestresst gewesen, um die Nuancen richtig zu sehen? Entgeht mir der inhärente Witz der Geschichten? Erst wenn diese Fragen mit Nein beantwortet wurden macht man sich an die Arbeit und rezensiert möglichst wertungsfrei – ist einem der Autor doch durchaus sympathisch und herzensgut vorgekommen.

Die seltsame Suche nach der totgeglaubten Mutter

von Tanja Schlaifer (30. November 2015)

 

 

Eigentlich sollte man meinen, eine Welt bricht zusammen. Nicht nur, dass Arne Murbergs Vater stirbt. An seinem Sterbebett erzählt er seinem Sohn auch noch, seine totgeglaubte Mutter ist mit einem Sänger etwa ein Jahr nach seiner Geburt nach Berlin durchgebrannt. Der letzte Wunsch des Vaters: Arne soll sich von seiner Heimat Schweden in die deutsche Hauptstadt begeben, seine Mutter aufsuchen und ihr ein geheimnisvolles Kästchen überbringen.

Ein Buch, in dem der Hauptcharakter sich nicht nur auf die Suche nach seiner Vergangenheit, sondern auch nach sich selbst macht – so der erste Eindruck. Dieser ändert sich allerdings ziemlich schnell wieder – denn ganz so einfach lässt der Autor den Leser nicht davon kommen. Auf einmal werden noch eine zweite, dann eine dritte Person vorgestellt. Der Leser kann sich hier schon denken, dass die Wege des vertrauensvollen Schweden, eines verrückten Wissenschaftlers und einer bibliophilen Rollstuhlfahrerin sich kreuzen werden. Die Handlungsstränge, die der für seine Krimis bekannte schwedische Autor Håkan Nesser dafür webt, vorauszuahnen, ist aber gänzlich unmöglich. Mit einer Vermischung aus Realität und Fantasie, etwas Verrücktheit und ziemlich vielen eingestreuten Zufällen erzählt Nesser die Geschichte des jungen Mannes. Dabei beginnt der langsam denkende, aber liebevolle Arne Murberg dem Leser wirklich ans Herz zu wachsen, durch die Naivität und Einfachheit mit der er ihm begegnet.

Ein Buch für Liebhaber

von Alena Verrel (29. November 2015)

 

 

Das Buch von Simon Tofield Simons Katze – Bloß nicht zum Tierarzt…und andere Katz-astrophen ist tatsächlich kaum besser zu beschreiben. Eingefleischte Fans von Simon’s Cat kommen wohl auf ihre Kosten, für die meisten anderen wird sich der Griff ins Buchregal aufgrund des dann doch recht hohen Preises wohl nicht lohnen.

Das Hardcover sieht edel aus, und macht sich sicher auch bei jedem Katzenliebhaber unterm Weihnachtsbaum ganz gut, jedoch denke ich, dass es eine Taschenbuchversion ebenso gut getan hätte. Die Stories im Buch sind amüsant, die Zeichnungen im gewohnten Stil unterhaltsam und schön. Als treuer Fan der ersten Stunde hat es etwas sehr Ansprechendes, die Geschichten tatsächlich auf Papier in der Hand zu haben. Nicht ganz erschließt es sich, warum der erste Teil des Buches in Schwarz/Weiß gehalten ist, während der Schluss primär bunt illustriert ist.

Hölderlin-Hisbollah

von Kevin Dühr (28. November 2015)

 

Stellen Sie sich vor, Friedrich Schiller wäre in den heutigen Libanon gereist. Wie wären seine Räuber ausgegangen? Würde die Aufopferung Karls letztendlich die herrschenden Verhältnisse aufrecht erhalten?

Das hängt vermutlich davon ab, wie man das Finale des Schiller'schen Dramas beurteilt. Albert Ostermaier lässt in Lenz im Libanon Jakob Michael Reinhold Lenz in den Libanon reisen und orientiert sich dabei zu großen Teilen an Georg Büchners späte Schrift über den Sturm & Drang-Schriftsteller Lenz