Wer ist Gott? Wer ist der Andere?

von Paula Heidenfelder (11. März 2020)


Der dritte Teil der Spiegelreisenden-Saga, Das Gedächtnis von Babel von Christelle Dabos, setzt drei Jahre nach dem Vorgängerband Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast an. Die Protagonistin Ophelia musste ohne ihren Ehemann Thorn auf ihre ehemalige Heimatarche Anima zurückkehren. Sie begibt sich jedoch in diesem Band auf die Suche nach ihm und wird durch eine Windrose auf die Arche Babel transportiert, auf der die weitere Handlung spielt. Hier gerät sie in tückische Situationen, sucht Antworten auf die Fragen nach Gott und steht außerdem den Gefahren des Anderen gegenüber.

Eine Wolke in Hosen

von Celine Buschbeck (10. März 2020)


Die Journalistin Sophie Calle findet ein herrenloses Adressbuch. Sie schickt es anonym an den rechtmäßigen Besitzer zurück, erlaubt sich jedoch, vorher alle Seiten inklusive der Namen und Adressen zu kopieren. So beginnen ihre Gespräche über Pierre D., den Besitzer, den sie dabei nie zu Gesicht bekommt. Denn Sophie Calle trifft sich mit den Menschen aus dem Adressbuch und lernt sie durch Interviews kennen. Über diese Gespräche kommt sie auch Pierre D. näher und erfährt so einiges von ihm und seinem Leben, obwohl kein reales Kennenlernen zustande kommt. Ein Tabubruch?

Nordlichter im Gepäck

von Jasmin Wieland (04. März 2020)



Einmal die Nordlichter sehen und wieder zurück. Kein Problem! Reiseangebote gibt es zuhauf. Doch warum nicht einmal eine Tour der Extraklasse wagen und auf vier Rädern im Eigenheim das nördlichste Ende Europas erkunden? Die Rede ist vom Wintercamping in Skandinavien. Sicher, für Camping-Neulinge ist das nichts – ein bisschen Erfahrung sollte man schon mitbringen –, doch hat einen erst einmal das Polar-Fieber gepackt, so ist der hohe Norden mit all seinen mystischen Ecken unbedingt eine Reise wert. Was es dabei zu beachten gibt und welche Routen die spektakulärsten sind, zeigt Dirk Heckmann in seinem Campingführer Wintercamping in Skandinavien: Mit den schönsten Touren zum Nordlicht.

Live aus dem Leuchtturm

von Rebekka Barta (04. März 2020)


House Sitting, das Betreuen von Anwesen, deren Besitzer vorübergehend nicht anwesend sind, ist unter Reisenden, die bei den Unterkunftskosten sparen wollen, längst zu einer Art Geheimtipp geworden. Liv Baumgardt, die Protagonistin aus Kira Mohns Liebesroman Show me the Stars, wird aus ganz anderen Gründen zur Housesitterin. Nach einem verpatzten Interview, das sie ihren ersten Job gekostet hat, beschließt sie, für sechs Monate nach Irland zu gehen, um einen stillgelegten Leuchtturm zu sitten – und verliebt sich schon bald nicht nur in das alte Gemäuer und die stürmische Landschaft, sondern auch in den Iren Kjer.

Mit Survival-Kit gegen Mobbing

von Jasmin Wieland (09. Februar 2020)

Ein Thema, über das nicht gerne gesprochen wird: Mobbing. Vincent ist elf Jahre alt und hat Angst. Jeden Morgen bekommt er Bauchweh, wenn er zur Schule geht. Immer wartet er, bis alle Schüler im Gebäude sind und rennt dann rein. Er kommt zu spät, aber das macht nichts, das sind die Lehrer schon gewohnt, besser als von den Mitschülern verprügelt zu werden. Das passiert meistens nach der Schule. Er rennt zwar als erstes aus dem Klassenzimmer, doch sie holen ihn ein und dann wird er getreten, sein Gesicht zerkratzt, ausgelacht oder seine Sachen werden zerstört. Enne Koens gibt uns in ihrem Kinderbuch Ich bin Vincent und ich habe keine Angst ab 8 Jahren Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt eines vom Mobbing in der Schule betroffenen Jungen und zeigt  dabei die ganze Facette an Gefühlen: Angst, Scham, Trauer, Minderwertigkeitsgefühle. Doch Koens zeigt auch, dass es einen Ausweg gibt, und manchmal kommt von irgendwo unverhofft ein Retter herbei, sodass das Schicksal doch noch eine glückliche Wendung nimmt.