Der Schindermann lässt grüßen

 

von Frederic Heising (23. November 2010)

 

 

Seit Ewigkeiten ist Nick Cave ein Urgestein der Musikszene, obwohl sich der alte Herr nie für den Mainstream hergegeben hat. Der Australier bleibt sich treu – egal ob als Musiker der Bands The Bad Seeds und Grinderman, oder als Autor. Die Wortgewalt seiner Songtexte überträgt er mit Leichtigkeit auf seine Romane, die alles andere als typische Rockstarliteratur sind. Mit Und die Eselin sah den Engel schlägt er sehr epische Töne an und verwandelt die Südstaatenerzählung über den inzestgeschädigten Außenseiter Euchrid Eucrow in eine pervertierte Heilsgeschichte.

 

 

Darkness comes across the land...

von Andrea Zillig (7. Oktober 2010)

Christoph Marzi greift mit seiner Geschichte Helena und die Ratten in den Schatten eine der typischen Ängste von Heranwachsenden auf. Seit Helena und ihre Familie umgezogen sind, hört sie ständig schaurige Geschichten über die in den Schatten lebenden Nagetiere. Alle Katzen der Stadt, der Hund der Windsors und sogar Kinder sind schon in der Finsternis verschwunden. „Sie haben den kleinen Timmie geschnappt, als er im Keller Kartoffeln holen sollte...“ Eines Nachts als auch ihr Stoffäffchen Chico versehentlich vom Fensterbrett fällt, schlägt Helena jede Warnung in den Wind und macht sich auf in die Dunkelheit, um ihren Freund zu retten.

Betriebsanleitung für Deutschland

 

von Anne Schumacher (15. Oktober 2010)

 

„In einem Literaturhaus zu lesen ist, wie einen Autoreifen zu ficken.“ Benjamin von Stuckrad-Barre zieht es vielmehr ins wahre Leben: Wahlkampf, Streik, Demonstrationen, Konsum, Fußball, Kino, Mode, Politik, Gesellschaft. Mit seinen Reportagen, Erzählungen, Porträts und Gesprächen zeichnet er ein Sittengemälde der deutschen Medien-, Staats- und Gesellschaftslandschaft mit teils nichts aussagenden, teils gekonnten Pinselzügen.

Eine Mordsgaudi

 

von Anne Schumacher (1. Oktober 2010)

Geschrieben hat sie schon immer. Mit Gedichten konnte sie auf ganz wenigen Zeilen die großen Gefühle zum Ausdruck bringen oder „der Menschheit ans Bein pissen.“ Nachdem die Leseratte Rita Falk so viele grottige Bücher gelesen hatte, dachte sie sich, „schlechte Bücher schreiben kann ich auch. Vielleicht schaff ich es sogar, gute Bücher zu schreiben. Oder wenigstens lustige.  Dann bin ich an den Schreibtisch und der Franz hat sich zu mir gesetzt. Und so haben wir angefangen.“ Rita Falk, Jahrgang 1964, hat es geschafft. Am 01. Oktober 2010 erscheint ihr Debüt Winterkartoffelknödel.  Franz, das ist ihr Held. Er ist ein angesehener Kommissar bei der Münchener Polizei und wird strafversetzt in sein ruhiges und überschaubares bayerisches Heimatdorf Niederkaltenkirchen.

 

Da rein, da raus, nur das wichtigste bleibt im Kopf“

 

von Cornelia-Susanne Hövel (15. September 2010)

 

 

1998 entstand als Projekt von downtown – Werkstatt für Kultur und Wissenschaft der Ohrenkuss, eine Zeitschrift von Autoren mit Downsyndrom. Kreatives und literarisches Talent – so was gibt es bei Menschen mit Downsyndrom auch? Fragen und Vorurteile, die Menschen mit Downsyndrom häufig begegnen. Die Zeitschrift bietet ihnen ein Forum und Lesern neben spannenden und schönen Berichten und Bildern die Möglichkeit, Vorurteile abzubauen. Der Erfolg des Ohrenkuss', der alle sechs Monate erscheint, zeigt sich u.a. an inzwischen 12 Jahren Arbeit mit über 100 Autoren und vielfältigen Auszeichnungen.