Nimm meine Hand. Und meine Kraft.

von Paula Heidenfelder (20. Juni 2020)


Die roten Schriftrollen ist der erste Teil von Cassandra Clares und Wesley Chus neuer Trilogie Die ältesten Flüche, in der Hexenmeister Magnus Bane und Schattenjäger Alec Lightwood ihre eigene persönliche Geschichte bekommen. Angesetzt im Jahr 2007 während Die Chroniken der Unterwelt – City of Fallen Angels, erzählt dieses Buch die Geschichte vom ersten gemeinsamen Urlaub zwischen Alec und Magnus, der sich in ein chaotisches Abenteuer verwandelt. Dämonen verfolgen die beiden Protagonisten durch Paris, Venedig und Rom. Und das alles nur, weil Magnus vor langer Zeit einen ominösen Dämonenkult gegründet hat… als Scherz.

Von Sinn und Unsinn

von Svenja Zeitler (01. Juni 2020)


Ein Roman, der in völliger Dunkelheit spielt? Von dieser Idee sprach der Autor Markus Orths bei einer Vorlesung der Bamberger Poetikprofessur 2018 und ließ das Publikum einen kurzen Einblick in sein aktuelles Projekt gewähren. Das ist nun fertig und unter dem Titel "Picknick im Dunkeln" im Hanser Verlag erschienen.

Treffen sich Stan Laurel und Thomas von Aquin in einem stockdunklen Gang… Was klingt, wie der Anfang eines befremdlichen Witzes, ist quasi eine kurze Zusammenfassung von Orths‘ neuestem Roman "Picknick im Dunkeln". Arthur Stanley Jefferson, besser bekannt als Stan Laurel, eine Hälfte des legendären Komikerduos "Laurel und Hardy", findet sich plötzlich in völliger Dunkelheit, scheinbar mitten im Nichts, wieder. Er weiß nicht, was geschehen ist, wo er sich befindet und warum er hier ist. Bei seinen tastenden Erkundungen durch das schwarze Gewölbe trifft er schließlich auf eine weitere Person, die dort gefangen zu sein scheint. Und diese ist niemand anderes als Thomas von Aquin, der berühmte Dominikaner-Mönch und große Denker des 13. Jahrhunderts. Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach dem Ausgang aus der Dunkelheit, nach der Wahrheit über diesen Ort, nach dem Grund ihres Zusammentreffens und schließlich auch nach dem Sinn von Leben und Tod, von Glauben und Lachen.

15 emanzipierte Erzählungen aus aller Welt

von Paula Heidenfelder (28. Mai 2020)

 

Schon auf den ersten drei Seiten der kurzen Einleitung wird die Intention des Buches deutlich. Die Märchen in "Fantastic Stories for Fearless Girls" präsentieren einen anderen Typ Frau als sie in altbekannten Märchen wie Rapunzel, Schneewittchen oder Dornröschen zu finden ist. Mit vielfältigen Charakterzügen, Motiven und Lebensumständen erzählt die Autorin Anita Ganeri eine neue Art von Geschichten nach. Eine Art, in der kein Prinz die Prinzessin rettet. Mädchen und Frauen retten und verwirklichen sich, eingefangen in den Kunstwerken von Khoa Le, selbst.

Reise durch Israel

von Leonie Herr (20. Mai 2020)

 

Im Mittelpunkt von Yehoshuas Roman steht Zvi, ein Straßenbauingenieur im Ruhestand, der zuletzt immer wieder kleine geistige Aussetzer hat. Ein Besuch beim Neurologen bestätigt dann auch, dass sich bei ihm auf dem Frontallappen eine Atrophie gebildet hat, die der Grund für die Erinnerungslücken ist. Doch der Arzt macht Hoffnung und hebt die Bedeutung geistiger Aktivität hervor, um der beginnenden Demenz etwas entgegenzusetzen. Zvi ist mit den täglichen Einkäufen und der Betreuung des Enkels tatsächlich nicht ausgelastet und so kommt das Angebot, als Berater bei einem Straßenbauprojekt tätig zu werden, gerade recht. Er soll seinen Amtsnachfolger im Bauministerium bei der Planung einer geheimen Straße in der Wüste unterstützen. Der junge und der alte Ingenieur machen sich deshalb auf den Weg in die Negev-Wüste im Süden Israels, um das Gelände zu besichtigen. Nur um festzustellen, dass der Straße ein Hügel im Weg ist, der abgetragen werden müsste – wäre da nicht die palästinensische Familie, die auf dem Hügel lebt. Die Lösung scheint ein Tunnel, doch von dieser aufwendigeren und teuren Lösung müssen die Zuständigen im Ministerium erst überzeugt werden.


"Der Sarg deiner Beerdigung"

von Niklas Knüpling (04. Mai 2020)

 

"Ich glaube, Sie sind mein Sohn.
Ich bin nicht Ihr Sohn.
Doch, doch, ich glaube schon."

"Das ist das wichtigste Bild deines Lebens. Das ist der Sarg deiner Beerdigung." Ein leerer Sarg, eine theatralische Trauergemeinde, eine Überzeugung: Ihr Sohn wurde von keiner Bombe getroffen und ist auch nicht gestorben. Von dieser Gewissheit getrieben lehnt sich Rosa Kaplan gegen ihr Schicksal auf. Um die schmerzhafte Lücke, die ihr verschollener Sohn Polat hinterlassen hat, zu füllen, beschließt sie, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und ihre Geschichte neu zu schreiben. Nach zehn Jahren Arbeit am Skript zur Serie TAXI zieht Rosa Kaplan los, um einen neuen Sohn zu suchen.
Von etwas Geld und dem Versprechen auf Abwechslung überzeugt, zieht der Erzähler des Romans in die Wohnung von Rosa Kaplan. Durch monatelanges Training schlüpft er in das Leben des Polat. Zusehends identifiziert er sich mit dessen Leben und beginnt, seine eigenen Erfahrungen hinter sich zu lassen.