Die menschliche Seele eines Halbgotts

von Celine Buschbeck (16. August 2020)


»Er wird ein Gott sein«, sagte sie. […] »Du wirst früh genug sterben.«

Achill, der Sohn der Meeresgöttin Thetis und des König Peleus, wurde schon als Held geboren und ist zu großen Taten berufen. Er ist stark, schön und weist keinerlei Makel auf. Der junge Prinz Patroklos hingegen, wurde als schwaches Kind schon jeher von seinem Vater herabgesetzt und schlecht behandelt. Der Zufall bringt die beiden gegenteiligen Jungen zusammen und sie knüpfen ein enges Band, welches bald über eine einfache Freundschaft hinausgeht. 

Kunstverbrechen – von Hitlers Telefon bis zum Billig-Picasso 

von Anna Brodmann (12. August 2020)


Fast so lang wie es die Menschheit gibt, gibt es auch schon Kunst und Verbrechen. In ihrem gleichnamigen Buch geben Stefan Koldehoff und Tobias Timm einen spannenden Einblick in die Welt der Auktionäre, Fälscher, Geldwäscher und Betrüger. Von der Räuberbande, die auf ihrem Weg zu 100 kg Goldmünzen unsagbar wertvolle Gemälde links liegen lässt, bis zu gefälschten Büchern, die durch einen winzigen schwarzen Fleck enttarnt wurden, ist alles dabei. Dabei gelingt es den Autoren, den Kunstmarkt und seine eigentümlichen Gesetze so zu präsentieren, dass er auch absoluten Laien zugänglich ist. 

Wie viel Liebe kann ein Mensch geben?

von Martje Kuhr (12. August 2020)


Yale Tishman, ein Kunstexperte, versucht eine ganz besondere Sammlung für seine Stiftung zu gewinnen. Seine Arbeit ist eine gute und auch seine einzige Ablenkung, während seine Beziehung zerbricht und sein Freundeskreis von einer Epidemie ausgedünnt wird. 1985 wird Chicago von Aids heimgesucht. Von ihren Familien allein gelassen sitzen, die Freunde gegenseitig an ihren Krankenbetten, damit niemand allein sterben muss. Mitten im Geschehen steht Fiona, die gar nicht weiß, um wen sie sich zuerst kümmern sollte. 30 Jahre später sucht sie in Paris nach ihrer Tochter, welche schon seit Jahren den Kontakt zu ihr abgebrochen hat. Hat Fiona all ihre Zuneigung bereits für ihre kranken Freunde verbraucht, sodass für ihre Tochter nicht mehr genug übrig war? Als sie bei einem alten Freund aus Chicago unterkommt, wird sie brutal mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. 

Unterhaltsame Bilderbuchgeschichten, aber ohne großen Überraschungseffekt.

von Jasmin Wieland (10. August 2020)


„Vom Autor von Der kleine Drache Kokosnuss“, wirbt der Sticker rechts oben auf dem Cover. Die Rede ist vom gefeierten Ingo Siegner. Und nun? Um ein wenig vom Dauerstempel „Drache Kokosnuss“ abzulenken und zu zeigen, dass Siegner auch noch mehr kann als Drache – oder einfach, um eine programmatische Lücke zu schließen und die Kurzabenteuer rund um Erdmännchen Gustav in einem Sammelband zu veröffentlichen – erscheint Erdmännchen Gustav und seine lustigen Abenteuer nach dem Hörbuch nun auch in gedruckter Fassung. Strategisch eine nachvollziehbare und für die kleinen und großen Leser gute Entscheidung, lassen sich die Geschichten doch wunderbar in einem Büchlein bündeln, mit Erdmännchen Gustav und dem Ausgangspunkt und Lebensraum Zoo als Drehscheibe. 

Eine Familie am Abgrund

von Paulina Lemke (9. August 2020)


Katya Apekina scheut sich in ihrem Debütroman nicht. Im Gegenteil, ungeschönt und mit entblößender Klarheit erzählt sie von den Kräften, die in einer Familie wirken können, von emotionaler Abhängigkeit und Verlust. Je tiefer das Wasser streift daher nicht nur die heile Oberfläche, sondern sinkt hinab zum sprichwörtlichen Morast.