Wer gibt uns das Recht über Leben und Tod zu entscheiden?

von Ines Reckziegel (31. März 2018)

 

 

»Die größte Errungenschaft der Menschheit war nicht die Überwindung des Todes. Es war die Beendung von Regierungen.« 

Stellt euch vor, ihr lebt in der perfekten Welt. In einer Welt voller Wohlstand, Frieden und Unsterblichkeit. In einer Welt, die von einer künstlichen Intelligenz geleitet wird und in der Menschen nicht mehr natürlich sterben. In Neal Shustermans Roman Scythe – Die Hüter des Todes leben Citra und Rowan in genau so einer Welt und werden gegen ihren Willen zum Scythe berufen. Das Scythetum wurde gegründet, um die Erde vor Übervölkerung zu schützen und ihre Mitglieder müssen dafür sorgen, dass jedes Jahr eine bestimmte Anzahl an Menschen stirbt. Während ihrer Ausbildung sehen sich Citra und Rowan mit verschiedenen Denkweisen der Scythe konfrontiert und Rowan wird immer mehr von der dunklen Seite eingenommen. Am Ende kann nur Einer überleben. Citra oder Rowan? Licht oder Dunkelheit?

Wie Macht verführt

von Rebekka Barta (24. März 2018)

 

 

»Ist es für unschuldige Kinder wirklich so leicht verdorben zu werden?« In seinem neuen Roman Der Junge auf dem Berg beantwortet John Boyne diese Frage und zeigt, wie leicht es wirklich ist.

Mit dem Roman Der Junge im gestreiften Pyjama feierte John Boyne weltweit große Erfolge. In Der Junge auf dem Berg greift er die Dritte Reich Thematik erneut auf und macht deutlich, welche verführerische Wirkung Macht auch schon auf die Jüngsten unter uns ausübt. 

Wenn die Angst zum Feind wird

von Ines Reckziegel (12. März 2018)

 

 

»Wer hat dich eigentlich so verkorkst?«, fragt die Angst. [...]
»Na, du.«
»Kann gar nicht sein!« [...] 
»Warum nicht?«
»Ist doch klar: Wenn du normal wärst, wär ich gar nicht da.«

Franziska Seyboldt erzählt in ihrem neuen Buch, der Autobiografie Rattatatam, mein Herz – vom Leben mit der Angst, die Geschichte ihrer Angststörung und wie sie gelernt hat besser damit umzugehen. In kurzen Kapiteln werden einige Schlüsselmomente auf ihrem Weg zur Besserung beleuchtet, die Angst in all ihrer Schönheit und Schrecklichkeit charakterisiert und Situationen im Alltag eines Menschen mit Angststörungen beschrieben. In witzigen, schlagfertigen Dialogen mit ihrer Angst nimmt Franziska Seyboldt einem ein bisschen die Angst vor der Angst und zeigt, dass es Hoffnung gibt und ein, mehr oder weniger, harmonisches Leben mit Angststörungen möglich ist. 

Anything Goes

von Tessa Friedrich (11. März 2018)

 

 

The Roaring Twenties. Das Leben in Nordamerika war kurz nach dem Ersten Weltkrieg ausgelassen und frei, die Menschen ständig auf der Suche nach dem Rausch. Einer der bedeutendsten Schriftsteller dieser Zeit war F. Scott Fitzgerald, bekannt vor allem durch seinen Roman The Great Gatsby, ein Meilenstein der amerikanischen Literaturgeschichte. In Würdigung seiner weiteren literarischen Arbeiten brachte der Diogenes Verlag nun einen Band mit Erzählungen und Kurzgeschichten Fitzgeralds heraus: Liebe in der Nacht und andere Lovestorys. Was zunächst nur nach einer großen Portion Kitsch klingt, hält aber doch noch viel mehr bereit.

Hat man bereits Romane von Fitzgerald gelesen, überrascht und fasziniert das Liebe in der Nacht-Bändchen, in dem sich die schriftstellerische Bandbreite des amerikanischen Autors zeigt: Neben der titelgebenden Erzählung finden sich noch sechs weitere Geschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, wären sie nicht durch das große Thema »Liebe« miteinander verbunden. Doch ist diese wahrscheinlich am häufigsten in der Literatur thematisierte Emotion nicht immer der Protagonist.

Der Traum vom perfekten Menschen

von Jana Röckelein (10. März 2018)

 

 

In einer Zukunft in der alles und jeder perfekt ist, tauchen auf einmal Knochen von Neandertalern auf. Das Kuriose: Die Knochen sind nur einige Jahre alt. Wie weit geht die Menschheit, um ihren Traum vom perfekten Menschen zu verwirklichen?

Deutschland in nicht allzu ferner Zukunft, 2053. Deutschland ist einer der Vorreiter in der Gentechnologie und optimiert die genetischen Veranlagungen. Risikogene für Volkskrankheiten wie Diabetes oder auch Krebs werden bereits vor der Geburt eliminiert. Dazu bieten die Krankenkassen noch einen besonderen Bonus an: Haar-, Augenfarbe oder andere Körpermerkmale können bereits vor Geburt bestimmt und nach Wunsch abgeändert werden. Verantwortlich für das Ein- und Aussortieren von bestimmten Genen ist das »Ministerium für Glück und Gesundheit«, die bereits Genreparaturen im Mutterleib unterstützen. Noch dazu sind Alkohol und Rauchen geächtet. Wer sich nicht daran hält, muss ohne die Unterstützung einer Krankenkasse auskommen.