Live aus dem Leuchtturm

von Rebekka Barta (04. März 2020)


House Sitting, das Betreuen von Anwesen, deren Besitzer vorübergehend nicht anwesend sind, ist unter Reisenden, die bei den Unterkunftskosten sparen wollen, längst zu einer Art Geheimtipp geworden. Liv Baumgardt, die Protagonistin aus Kira Mohns Liebesroman Show me the Stars, wird aus ganz anderen Gründen zur Housesitterin. Nach einem verpatzten Interview, das sie ihren ersten Job gekostet hat, beschließt sie, für sechs Monate nach Irland zu gehen, um einen stillgelegten Leuchtturm zu sitten – und verliebt sich schon bald nicht nur in das alte Gemäuer und die stürmische Landschaft, sondern auch in den Iren Kjer.

Mit Survival-Kit gegen Mobbing

von Jasmin Wieland (09. Februar 2020)

Ein Thema, über das nicht gerne gesprochen wird: Mobbing. Vincent ist elf Jahre alt und hat Angst. Jeden Morgen bekommt er Bauchweh, wenn er zur Schule geht. Immer wartet er, bis alle Schüler im Gebäude sind und rennt dann rein. Er kommt zu spät, aber das macht nichts, das sind die Lehrer schon gewohnt, besser als von den Mitschülern verprügelt zu werden. Das passiert meistens nach der Schule. Er rennt zwar als erstes aus dem Klassenzimmer, doch sie holen ihn ein und dann wird er getreten, sein Gesicht zerkratzt, ausgelacht oder seine Sachen werden zerstört. Enne Koens gibt uns in ihrem Kinderbuch Ich bin Vincent und ich habe keine Angst ab 8 Jahren Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt eines vom Mobbing in der Schule betroffenen Jungen und zeigt  dabei die ganze Facette an Gefühlen: Angst, Scham, Trauer, Minderwertigkeitsgefühle. Doch Koens zeigt auch, dass es einen Ausweg gibt, und manchmal kommt von irgendwo unverhofft ein Retter herbei, sodass das Schicksal doch noch eine glückliche Wendung nimmt.

Und täglich grüßt der Mörder

von Anna Brodmann (11. November 2019)

 

In Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle von Stuart Turton bekommt das altehrwürdige Erfolgsrezept des englischen Krimis einen neuen Twist und überrascht mit ungeahnten Geschmacksnoten. Der Protagonist und unfreiwillige Ermittler des Krimis erlebt den Tag des Mordes immer wieder neu – allerdings jedes Mal aus der Perspektive eines anderen Beteiligten. Dabei muss er sich immer wieder durch ein wundervoll ausgearbeitetes Beziehungsgewirr kämpfen und ist gezwungen, den Tag des Maskenballs im englischen Herrenhaus mit ganz anderen Augen anzusehen.

In dieser kurzen Beschreibung zeigt sich bereits die große Stärke des Krimis: Der erfrischende Twist des sich wiederholenden Tages gibt der Geschichte einen ganz eigenen Charme und zeigt, dass ein einziges Leben nicht ausreicht, um auch nur den Bruchteil der Geschehnisse und Hintergründe zu erfassen. Zusätzlich tragen die wundervoll ausgearbeiteten Charaktere und ihre komplexen Beziehungen zueinander erheblich zum Lesegenuss bei.

Erprobung einer Freundschaft

von Friederike Brückmann (29. September 2019)


In Dschungel wird die Geschichte von Felix und seinem besten Freund erzählt, der sich auf die Suche nach ihm begibt, als dieser in Kambodscha verschwindet. Je weiter der namenlose Erzähler mit seiner Suche vorankommt, desto offensichtlicher wird: sein Freund Felix wollte verschwinden. Bei der Suche wird nicht nur die Weltsicht des Erzählers auf die Probe gestellt, sondern auch die Frage, ob man an dieser seit Kindertagen bestehenden Freundschaft festhalten sollte.

Von Menschen und Wölfen

von Hannah Deininger (15. September 2019)




Wie sehr kann man jemanden vermissen? Wie sehr schmerzt ein Verlust? Mit den Antworten auf diese Fragen muss sich die 14-jährige June Elbus gezwungenermaßen auseinandersetzen, als ihr bester Freund und Onkel Finn an AIDS verstirbt. Erzählt wird diese Geschichte von Carol Rifka Brunt in ihrem ersten Roman Sag den Wölfen, ich bin zu Hause. Die Protagonistin June ist ein besonderes, ein verträumtes Mädchen. Die meiste Zeit verbringt sie im Wald hinter der Schule und stellt sich vor, sie wäre im Mittelalter, ihrer liebsten Epoche, und erlebe spannende Abenteuer.