Dickhäuter-Spieleabenteuer in der Savanne

von Jasmin Wieland (27. Juli 2019)



"Dein Rüssel ist zu viel kurz." "Du kannst leider nicht mitmachen." Traurig verkriecht sich der leiseste Elefant hinter einen Baum. Nicht mitspielen dürfen. Ein Gefühl, das jeder kennt und das sich total blöd anfühlt. Wer mag schon am Seitenrand stehen und den anderen dabei zusehen, wie sie Spaß haben?

Der Nachfolger von Harry Potter ­– nicht!

von Theresa Pausenberger (20. Juli 2019)


 

Die Spiegelreisende von Christelle Dabos wurde in den letzten Wochen als "Nachfolger von Harry Potter" gehyped. Da in einer Woche der zweite Teil herauskommt, finde ich es nur gerecht, euch zu sagen, warum ich das nicht so sehe.

Die Welt der Hauptperson Ophelia ist in 21 "Archen" unterteilt – Inseln, die im Nichts schweben und die jeweils von einem Familiengeist beherrscht werden. Das Mädchen lebt auf der Arche Anima, wo diese Geschichte beginnt, und kann Gegenstände "lesen" -bei einer Berührung von Ophelia offenbart sich die Vergangenheit des Gegenstands- sowie durch Spiegel gehen.

Nicht von dieser Welt
Von Theresa Ehrl (30. Juni 2019)

 

 

 

Seanen McGuire erzählt in ihrem Buch Der Atem einer anderen Welt nicht nur eine spannende und herzzerreisende Geschichte, sondern gleich mehrere. Und alle haben sie etwas gemeinsam. Sie handeln von Kindern, die nicht in diese Welt gehören. Sie sind affiner höherem oder logischem Unsinn, Reim und Logik oder diversen Unter- und Überwelten oder eben alles zugleich.
Habt ihr euch schon einmal gefragt was mit den Geschwistern Peter, Susan, Edmund und Lucy Pevensie passiert, nachdem sie durch den Wandschrank Narnia verließen und wieder in London gelandet sind? Vielleicht wurden sie zu Schülern von Eleanors Schule für Kinder auf Abwegen.

Ein Rückzugsort, getarnt als Internat für schwer erziehbare Kinder, für diejenigen, die eine Tür zu ihrem richtigen Zuhause gefunden haben, eine Tür zu einem für sie richtigen Zuhause, das sie aus den unterschiedlichsten Gründen verlassen mussten. Eine Schule für Kinder, die ihre wahre Heimat vermissen und für die „Hoffnung“ ein böses Wort ist, denn für die meisten öffnet sich die magische Tür nie wieder.

Über die absolute Wirksamkeit von Satire
von Anna Brodmann (28. Juni 2019)

 

 

Bekannter Weise schrieb Martin Sonneborn seine Diplomarbeit über „Die absolute Wirkungslosigkeit von Satire“. Ohne hinterfragen zu wollen wie er es trotz dieses Wissens ins Europaparlament geschafft hat, muss man nach der Lektüre seines neuen Buches „Herr Sonneborn geht nach Brüssel – Abenteuer im Europaparlament“ sagen, dass er sich wohl selbst wiederlegt hat. Satire ist wirksam – wenn auch auf unvorhergesehene Weise.

Martin Sonneborns Bericht über seine aberwitzige Zeit in Brüssel ist das mit Abstand unterhaltsamste, lehrreichste und schockierendste Buch des Jahres. Sein trockener Humor in Verbindung mit seinen witzigen Aktionen (z.B. dem Geldverkauf der PARTEI) und merkwürdigen Begegnungen (z.B. mit Marie Le Pen) sorgten dafür, dass ich das Buch wegen ständiger Lachanfälle nur ungern in der Gegenwart anderer Menschen gelesen habe.

Über kantige Frauen und eine Suche
Von Hannah Deininger (27. Juni 2019)

 

 

 

2015: Luca lebt in Berlin und das im Hier und Jetzt. Das Maschinenbaustudium hat sie geschmissen, den Kontakt in die Heimat quasi gänzlich abgebrochen. Sie arbeitet in einem Lebensmittelladen, hat eine Beziehung mit dem Inhaber und schläft auf einer Matratze im Lager. Was ihr Partner bisher gemacht hat, weiß sie nicht, was sie bisher gemacht hat, weiß er nicht. Darüber reden sie nicht.

Aber jetzt ist alles anders. Jetzt wartet Luca auf die Ankunft ihrer Mutter Marion. Die Ankündigung der Mutter, sie komme zu Besuch nach Berlin, hat den Alltagstrott durchbrochen. Also wartet Luca. Und das lange. Doch Marion kommt nicht. Also entschließt sich Luca wieder in die Heimat zu reisen, ein kleines Dorf namens Ronnbach, und sich auf die Spuren der Mutter zu begeben. Die Rückkehr in die Heimat wird für Luca zu einer Reise in die Vergangenheit und zu einer Suche nach ihrer eigenen Identität. Aufgewachsen zwischen der Mutter und der Großmutter, die sich gegenseitig die Luft zum Atmen nahmen, ohne ein geborgenes Zuhause, wird schnell klar, wovor Luca nach Berlin geflohen ist.