Anything Goes

von Tessa Friedrich (11. März 2018)

 

 

The Roaring Twenties. Das Leben in Nordamerika war kurz nach dem Ersten Weltkrieg ausgelassen und frei, die Menschen ständig auf der Suche nach dem Rausch. Einer der bedeutendsten Schriftsteller dieser Zeit war F. Scott Fitzgerald, bekannt vor allem durch seinen Roman The Great Gatsby, ein Meilenstein der amerikanischen Literaturgeschichte. In Würdigung seiner weiteren literarischen Arbeiten brachte der Diogenes Verlag nun einen Band mit Erzählungen und Kurzgeschichten Fitzgeralds heraus: Liebe in der Nacht und andere Lovestorys. Was zunächst nur nach einer großen Portion Kitsch klingt, hält aber doch noch viel mehr bereit.

Hat man bereits Romane von Fitzgerald gelesen, überrascht und fasziniert das Liebe in der Nacht-Bändchen, in dem sich die schriftstellerische Bandbreite des amerikanischen Autors zeigt: Neben der titelgebenden Erzählung finden sich noch sechs weitere Geschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, wären sie nicht durch das große Thema »Liebe« miteinander verbunden. Doch ist diese wahrscheinlich am häufigsten in der Literatur thematisierte Emotion nicht immer der Protagonist.

Der Traum vom perfekten Menschen

von Jana Röckelein (10. März 2018)

 

 

In einer Zukunft in der alles und jeder perfekt ist, tauchen auf einmal Knochen von Neandertalern auf. Das Kuriose: Die Knochen sind nur einige Jahre alt. Wie weit geht die Menschheit, um ihren Traum vom perfekten Menschen zu verwirklichen?

Deutschland in nicht allzu ferner Zukunft, 2053. Deutschland ist einer der Vorreiter in der Gentechnologie und optimiert die genetischen Veranlagungen. Risikogene für Volkskrankheiten wie Diabetes oder auch Krebs werden bereits vor der Geburt eliminiert. Dazu bieten die Krankenkassen noch einen besonderen Bonus an: Haar-, Augenfarbe oder andere Körpermerkmale können bereits vor Geburt bestimmt und nach Wunsch abgeändert werden. Verantwortlich für das Ein- und Aussortieren von bestimmten Genen ist das »Ministerium für Glück und Gesundheit«, die bereits Genreparaturen im Mutterleib unterstützen. Noch dazu sind Alkohol und Rauchen geächtet. Wer sich nicht daran hält, muss ohne die Unterstützung einer Krankenkasse auskommen.

Der Doktor zweier Herren

von Florian Grobbel (3. März 2018)

 

 

Der eine ein Gottesmörder, der andere ein Deutscher. Doch Charles Darwin und Karl Marx haben mehr gemeinsam als die kritische Betrachtung seitens ihrer Zeitgenossen. Beide leben zur gleichen Zeit in London, befinden sich am Ende ihres Lebens und zumindest in Ilona Jergers erstem Roman Und Marx stand still in Darwins Garten teilen sie auch ihren Hausarzt.

Die Schauplätze dieser Geschichte des späten 19. Jahrhunderts sind hauptsächlich die Wohnsitze der beiden Gelehrten, zwischen denen die Erzählperspektive immer wieder hin und her springt. Doch auch aus der Sicht der Haushälterin oder Darwins Hund wird berichtet, was den Roman sehr abwechslungsreich macht, gerade im Kontrast zu den Kapiteln, in welchen die beiden Protagonisten mit ihrem Arzt Dr. Beckett eine ausführliche Diskussion über ihr Werk führen. Durch diesen erfahren Darwin und »Mohr«, wie Marx auch genannt wird, einiges über das Leben des anderen und können es natürlich nicht lassen, dessen Schaffen zu kommentieren. Die Handlung gipfelt in einem Aufeinandertreffen der Denker bei einem gemeinsamen Dinner im Hause der Darwins, bei dem es am Tisch schnell um ein leidiges Thema geht, das Beide nicht mehr hören können: Ihre Einstellung zum Glauben.

Böse Kommentare und fragwürdige Freundschaften

von Sophia Klopf (29.01.2018)

 

 

Was würdest du als anerkannter Gutmensch tun, wenn dir dein ehemaliger (hass)geliebter Buddy in einer Großstadt plötzlich als Obdachloser vor die Augen tritt? John Niven probiert es in seinem neuen Roman Alte Freunde aus.

Alan Grainger hat ein erfülltes Leben. Er ist ein anerkannter Restaurantkritiker, Autor und Journalist mit einer eigenen wöchentlichen Kolumne. Er lebt den feuchten Spießertraum in einem Vorort von London, wo er mit seiner Familie in einem Anwesen wohnt. Geldsorgen sind natürlich ein Fremdwort für ihn. Nach einem Restaurantbesuch in London wird er von einem Obdachlosen angesprochen, der, wie sich herausstellt, ein alter Schul- und Studienfreund von Alan ist. Alan entschließt sich, ihm zu helfen, und bietet Craig an, bei ihm zu wohnen und ihn zu unterstützen, bis er wieder auf eigenen Beinen steht. Während es für Craig steil nach aufwärtsgeht, wird Alan auf einmal vom Pech verfolgt.

Frostige Zeiten

von Michelle Mück (17. Januar 2018)

 

 

Du liebst Herr der Ringe? Dann wird dir Jan Peter Andres´ Schwertläufer Band 1 - Die Reise nach Arangion ebenfalls gefallen. Zwar machen sich hier keine Hobbits und Zwerge aufgrund einer weltbewegenden Mission zu einer gefährlichen Reise auf, sondern ein Menschenjunge namens Robin und ein Elm namens Boffo, trotzdem erinnert der Fantasyroman in vielen Punkten an J. R. R. Tolkiens´ Meisterwerk. Der Name des ersten Kapitels »Feuer und Eis« zeigt, dass sich Jan Peter Andres nicht nur von Herr der Ringe, sondern auch von den Game Of Thrones-Büchern hat inspirieren lassen.

Andres entführt uns in eine komplett andere Welt als die unsere, voll von Fabelwesen und Magie. Diese Welt wird jedoch bedroht von einem Vulkan namens Tarantuil, der sie in eine Eiszeit zu stürzen droht. Robin und Boffo machen sich auf nach Arangion, um die Schlüssel von Ormor zu finden, von denen geglaubt wird, dass sie dieses Schicksal abwenden können. Doch ihnen werden auf ihrer Reise viele Steine in den Weg gelegt, die es zu überwinden gilt. Schaffen sie es die Schlüssel zu erlangen, bevor die Eiszeit losbricht?