Eine verhängnisvolle Dinnerparty

von Michelle Mück (21. November 2017)

 

 

Anne ist gar nicht wohl dabei, als sie zu der Dinnerparty ihrer Nachbarn geht, denn ihre sechs Monate alte Tochter muss sie alleine daheimlassen. Doch sie beruhigt sich, schließlich sind sie und ihr Mann nur wenige Meter von Cora entfernt, sie hören sie über das Babyfon und sehen jede halbe Stunde nach ihr. Doch als die frischgebackenen Eltern von der Party heimkehren wird ihr schlimmster Alptraum war: von Cora fehlt jede Spur.

Eine verzweifelte Suche beginnt. Anne setzt ihre ganze Hoffnung in die Polizei, doch die scheint ihren Hauptverdächtigen gefunden zu haben: Anne selbst. Anne begreift nicht, wie man sie – eine verzweifelte Mutter – für die Verantwortliche halten kann, doch bald merkt sie, dass ihr einige Erinnerungen an die Nacht fehlen…

Mehr als 1001 Nacht

von Ines Reckziegel (24. Oktober 2017)

 

 

»Dieser Frieden? Diese Sorgen ohne Mühe zum Schweigen gebracht? Es lag daran, dass sie zwei Teile eines Ganzen waren. Er gehörte ihr nicht. Und sie gehörte ihm nicht. Es war nie um Besitz gegangen. Es ging darum, zueinander zu gehören.«

Shahrzad wollte den Kalifen töten. Sie wollte Rache für ihre beste Freundin und all die Mädchen, die vor ihr kamen und starben. Doch in Chalid fand sie ihre große Liebe. Renée Ahdieh’s Rache und Rosenblüte knüpft genau dort an, wo Zorn und Morgenröte aufgehört hat. Shahrzad musste aus Ray fliehen und Chalid in der zerstörten Stadt zurücklassen. Wiedervereint mit ihrer Familie und ihren Freunden ist nichts mehr, wie es einmal war. Überall lauern Gefahren und die Kalifin von Chorasan sieht sich von allen Seiten mit dem Hass auf Chalid konfrontiert. Um ihr Leben zu retten, einen Krieg abzuwenden und mit ihrer großen Liebe wiedervereint zu werden, ist mehr nötig als ein Dolch. Wie wäre es zum Beispiel mit einem fliegenden Teppich?

»Sternstunden der Menschheit«

von Janine Vogelsang (20. Oktober 2017)

 

 

»So furchtbar rächt sich die große Sekunde,
sie, die selten in das Leben der Irdischen niedersteigt,
an dem zu Unrecht Gerufenen, der sie nicht zu nützen weiß. […]
Verächtlich stößt er den Zaghaften zurück;
Einzig den Kühnen hebt er, ein anderer Gott der Erde, 
mit feurigen Armen in den Himmel der Erde empor.«
Stefan Zweig, Sternstunden der Menschheit

Vor einem guten Jahr erschien – endlich, möchte man hinzufügen – die Neuausgabe von Stefan Zweigs »Sternstunden der Menschheit« mit den Illustrationen von Jörg Hülsmann. Ohne es vorweg nehmen zu wollen, aber hier ist dem S. Fischer Verlag ein großartiger Wurf gelungen.

Kompletter Neuanfang

von Verena Heber (16. Oktober 2017)

 

Cover: © Arena Verlag

Einfach nur weg, das denkt sich Kati. Alles vergessen, den Unfall, Luke und ihre hässliche Narbe. Ihre Reise bringt sie als Au-Pair in die Hollywoodstadt Los Angeles. Dort arbeitet sie bei Linda, die sie zum Ausspionieren der Konkurrenz in eine Bar schickt. Somit lernt sie die Inhaber Jeff und Lucy kennen. Im Glamour der Stadt verliebt Kathi sich in Jeff, doch dass diese Liebe große Folgen haben wird, damit rechnet sie nicht. Sie genießt ihr Leben, denkt, ihr innigster Wunsch Schauspielerin zu werden, gehe gerade in Erfüllung. Jeff zeigt ihr die schönsten Dinge im Leben, zeigt ihr wie wertvoll das Leben sein kann. Doch dann taucht plötzlich Luke auf und schmeißt alles auf den Kopf.

Beatrix Gurian schreibt vor Allem Romane für Jugendliche, so auch Sommernachtsfunkeln, dessen Cover bereits zum Träumen einlädt, denn es glitzert und erinnert im ersten Moment an einen Märchenball, doch das Märchenhafte wird im Buch nur kaum deutlich. Zwar trägt Kati immer wieder schöne Abendkleider und nimmt an edlen Veranstaltungen in der Filmstadt teil, doch irgendwie springt der Funke des Covers nicht über. Nach ihrem ersten Roman der Märchenreihe Glimmernächte erschien jetzt 2017 Sommernachtsfunkeln.

Sehnsuchtsort Mittelerde 

von Veronika Biederer (14. Oktober 2017)

 

 

Stets sind Geschichten aus den vergangenen Zeitaltern, die vor den Ereignissen des Herrn der Ringe stattgefunden haben, eine Offenbarung für jeden Tolkien-Leser. Er darf nun endlich den besungenen Fräuleins und tragischen Helden, von denen er nur schemenhaft in Bilbos Liedern gehört hat, auf den Grund gehen und erfährt detailliert von ihren Erlebnissen und Schicksalen. Denn Christopher Tolkien, Sohn J. R. R. Tolkiens, öffnet auch in diesem Jahr wieder die weiten Tore zu den Manuskripten aus dem Nachlass seines Vaters und beschenkt diese Welt mit einer weiteren phantastischen Geschichte aus dem Universum Mittelerdes. 

Mit Beren und Lúthien ziert eine wunderbar bearbeitete Schmuckausgabe, die mit zahlreichen farbigen Illustrationen des bekannten Tolkien-Künstlers Alan Lee versehen ist, die Bücherregale jedes Fantasy-Fans. Schon der liebevoll illustrierte Einband versetzt den Betrachter in ein unbestimmtes Gefühl zwischen Freude, einerseits, da es ihn in eine so vertraute Welt zurückführt, und Melancholie andererseits, da er weiß, dass er sie zum Ende der Geschichte wieder verlassen muss. Und so sind auch die Blicke, die sich der Menschensohn Beren und die Elbenzauberin Lúthien auf dem Cover zuwerfen, erfüllt von ebendiesen Gefühlen voller Liebe und Schwermut.