In Vino veritas

von Anna Brodmann (12. Februar 2019)


Wein ist seit jeher mit den Schönen und Reichen, den Mächtigen, den Denkern und Dichtern assoziiert. Dass es auch noch in der modernen Welt und dem sonst so nüchternen Deutschland durchaus einen Zusammenhang zwischen Wein und den Mächtigen der Republik gibt, belegt Kurt Bergmanns „Mit Wein Staat machen“. Bergmann hat sich ein ungewöhnliches Unterfangen zur Aufgabe gemacht: Er will die Geschichte der Bundesrepublik anhand der Staatsbankette und Staatsbesuche der Bundespräsidenten nachvollziehen. Und dazu eignet sich das Getränk der Götter so gut wie kein Zweites.

So serviert Bergmann dem Leser eine Reise, die sich der Ottonormal-Weintrinker kaum vorstellen kann. Als Vorspeise werden einige Betrachtungen über den Wein beim letzten Abendmahl und die Rolle des Weins in den Religionen gereicht. Doch die repräsentative Macht des Weins weiß man nicht nur im Vatikan zu schätzen – obwohl dort immerhin 100 Flaschen Wein pro Kopf im Jahr getrunken werden – sondern auch in der Politik, wo der Weinkonsum zu offiziellen Anlässen allerdings nicht ganz so hoch ist. Gespickt mit derartigen Funfacts geht die Reise über die gesamte deutsche Geschichte bis zum heutigen Bundespräsidenten.

Mit Pippi Langstrumpf auf ein Stück Siruptorte bei Dr. Seuss

von Franziska Schleicher (09. Februar 2019)

 

 

Gute Bücher und gutes Essen, das sind die zwei großen Leidenschaften der erfolgreichen Food-Bloggerin Kate Young. Auf ihrem Blog verbindet sie diese schon seit Jahren und hat mit Little Library Cookbook jetzt ein wunderschönes Koch- und Backbuch auf den Markt gebracht. Mit ihrem Erstlingswerk hat Young es sich zum Ziel gesetzt ein Stück ihrer Liebe für Bücher weiterzugeben. Das klingt vielleicht zunächst etwas merkwürdig, wo es sich doch hier um ein Kochbuch handelt. Wer aber erst einmal einen Blick in das Buch gewagt hat, spürt, dass es hier um mehr geht als um leckeres Essen.

Für Kate Young, die nach dem Studium von Australien nach England ausgewandert ist, sind die Rezepte in diesem Buch voll von Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend. Im einleitenden Teil beschreibt sie, wie sie ein bestimmtes Gericht oder ein gewisser Geruch sofort an die Bücher denken lassen, mit denen sie aufgewachsen ist. Bücher waren damals ihre Konstante und ihre besten Freunde. Dass in vielen auch das Essen eine Rolle spielt, ist ihr erst später klar geworden, als auch sie sich mehr und mehr mit dem Kochen und Backen auseinander gesetzt hat. Die Idee beide Leidenschaften, Lesen und Kochen, miteinander zu verbinden und die Rezepte ihrer liebsten Bücher nachzumachen, war der Startschuss für ihren Blog und später auch für dieses Buch.

Speisekammer: Vorräte einfach selbst gemacht

von Lisanne Dehnbostel (07. Februar 2019)


 

Fertig-Ketchup und labberiges Toastbrot adé: Speisekammer: Vorräte einfach selbst gemacht beinhaltet über 350 Rezepte für Grundnahrungsmittel und ausgetüftelte Köstlichkeiten. Wie wäre zum Beispiel mal ein WG-Abend mit ofenfrischen Burger-Buns und angerührten Saucen?

Das Kochbuch hält Ideen für jeden Anspruch und Schwierigkeitsgrad bereit. Einiges dauert länger und erfordert Geduld, während anderes innerhalb weniger Minuten zubereitet ist. Sauerteigbrot ist beispielsweise im Nu gebacken, bei Blätter- oder Filoteig und Tortillas wird es kniffliger. Dank der detaillierten Erklärungen sowie Tipps und Tricks der schwedischen Autorinnen Lisa Eisenmann Frisk und Monica Eisenmann stellt aber auch das kein Problem mehr dar. 

Zu den Sachen selbst – und zurück

von Lisa Ohl (01. Februar 2019)



„Das nun überhastet zu Ende gehende Jahrhundert wird im Rückblick von Philosophiehistorikern als ‚Jahrhundert der Phänomenologie‘ bezeichnet werden.“, notiert Hans Blumenberg zum 50. Todestag des Begründers der Phänomenologie Edmund Husserl und verweist damit einerseits ganz allgemein auf den philosophischen Ankerpunkt seiner Zeit sowie andererseits und gleichsam in eigenster Sache auf den geistigen Nährboden seines Denkens.

Als gewissenhafter Erbe Husserls bahnt Blumenberg sich seine Denkpfade zu den Sachen selbst und lässt den Leser in diesem Band, der bisher unpublizierte Texte aus den 1980er Jahren versammelt und damit die Herausgabe der Manuskripte der ‚Phänomenologischen Arbeiten‘ abschließt, teilhaben an seinem gedanklichen Kreisen und Vorwärtstasten. 

Von der Semperoper, über die Residenz bis ins Elbtal

von Hannah Deininger (10. November 2018)



Florenz des Ostens? Natürlich – gemeint ist Dresden! Seit der Wiedervereinigung und dem Wiederaufbau des Stadtbildes handelt es sich bei Dresden um eine der schönsten Städte Deutschlands. Mit hinein nimmt einen der Reiseführer City|Trip Plus Dresden aus der bekannten Reise Know-How-Reihe. Recherchiert hat für die neue Auflage Gabriele Kalmbach.

Wie von den Reise-Know-How Ausgaben bekannt, besticht dieser Reiseführer durch seine klare Struktur und seinen übersichtlichen Aufbau. Wer bereits mit Exemplaren dieser Reihe Erfahrungen gemacht hat, wird sich also schnell zurechtfinden. Direkt auf der ersten Seite finden sich die „Top 10“ kurz und knapp beschrieben. Den eigentlichen Beginn machen dann Ideen für verschieden lange Besuche der Stadt: Dresden in ein, zwei oder auch fünf Tagen. Hier gibt die Autorin praktische Tipps für eine abwechslungsreiche Aufteilung seiner Zeit. Daran anschließend werden alle potentiellen Sehenswürdigkeiten in informativen, aber dennoch leicht verständlichen Texten vorgestellt. Angenehm ist hier die geographische Sortierung der Schauplätze: Was im Buch nah beieinander steht, liegt auch vor Ort nah beieinander und kann nacheinander besichtigt werden.