Imposante Geschichten über die ethnischen Minderheiten dieser Erde

von Philip Hertlein (18. April 2019)


Die beiden Autoren Jago Corazza und Greta Ropa zeigen in diesem eindringlichen Bildband jede Menge spannende und interessante Bilder und informative Texte über viele verschiedene ethnische Minderheiten aus zahlreichen Ländern dieser Welt, wie beispielsweise die Bonda Frauen aus Indien, die junge Männer heiraten, die beinahe selbst noch Kinder sind, um so dem Witwendasein zu entgehen und um ihre Kinder zu versorgen. Die Miao Frauen aus China, die das lange Haar ihrer Vorfahren erben und es zu besonderen Anlässen tragen, oder das Volk der Manggarai, deren Familien in Indonesien mit mehreren Generationen in einem Haus leben. 

Aufgeteilt ist das Buch in die sechs Abschnitte Frauen, Herausforderung, Abgeschiedenheit, Kult, Natur und Zeichen. Jedes im Buch thematisierte Volk wird ausführlich und mithilfe von Bildern vorgestellt und mit informativen, sachlichen Texten untermalt.

Zwischen Havelufern und Schlossgärten

von Hannah Deininger (3. April 2019)

Potsdam – die Stadt mit der höchsten Schlösserdichte Deutschlands, mit beeindruckenden Prachtbauten in der Innenstadt, einem kleinen, goldigen Lädchen neben dem nächsten und unzähligen Parks, die zum Entspannen einladen. Man kann es nicht anders sagen, Potsdam ist immer eine Reise wert. Die relevanten Infos für einen gelungenen Kurztrip liefert hierbei der Potsdam-Reiseführer der City|Trip-Reihe aus dem Reise Know-How Verlag. 

Der Reiseführer besticht vor allem durch die gut durchdachte Struktur, in der man sich schnell zurechtfindet, sowie durch seine praktische Größe. Mit knapp 150 Seiten ist der Reiseführer schlank genug, um im Rucksack oder der Handtasche entspannt Platz zu finden und kann so auch direkt vor Ort noch mit weiteren Infos zu versorgen. Auch das Design spricht an: mit vielen Farbphotos taucht man beim Lesen direkt in die Stadt ein, die farbig hervorgehobenen Verweisnummern für Sehenswürdigkeiten erleichtern den Durchblick.

Ja, wir können Einsamkeit entgegenwirken

von Jasmin Wieland (20. März 2019)


Einsamkeit. In Abgrenzung zum Alleinsein, oder der sozialen Isolation. Was heißt das? Einsamkeit beschreibt laut Arzt und Psychiater Manfred Spitzer den »psychologischen Aspekt« des Alleinseins. Die Psyche also. Welchen Einfluss diese auf unser Wohlbefinden hat, zeigen bekannterweise zahlreiche Studien. In seinem Buch Einsamkeit. Die unerkannte Krankheit greift Spitzer einige von ihnen auf und zeigt: Einsamkeit ist, gerade in unserer heutigen, digitalisierten und medial beeinflussten Welt, ein Faktor, der dominosteinartig Krankheiten auslösen und intensivieren kann; aber wir sind der Emotion Einsamkeit nicht hilflos ausgesetzt, denn es gibt Mittel und Wege, wie wir ihr bewusst entgegenwirken können.

Gleich zu Beginn des Buches wird klar: Das hier wird keine leichte Kost. »Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Krankheit, die hierzulande immer häufiger auftritt und chronische Schmerzen verursacht – «, so die ersten Zeilen. Was folgt, ist eine grundlegende und tiefreichende Charakterisierung und Auseinandersetzung mit der von Spitzer, als Krankheit bezeichneten, Emotion Einsamkeit. Dabei wendet er sich primär drei Aspekten zu: den Ursachen von Einsamkeit, ihren Folgen, Methoden und wie wir aus jenem Gefühlszustand wieder herausfinden.

Sehnsuchtsort Marrakesch

von Jasmin Wieland (6. März 2019)


Auf der anderen Seite des Meeres, dort im Süden. Im Westen. Doch Orient. Fern und zugleich nah, trennen das Land, das diesen Ort beheimatet, nur wenige Kilometer von unserem Kontinent. Anziehungskraft. Ein Magnet für tausende Touristen jedes Jahr und ein Sehnsuchtsort für Jalid Sehouli. In den buntesten Farben und himmlischsten Düften – nach Vertrautheit, nach Geborgenheit – erzählt Sehouli das Gefühl seines Sehnsuchtsortes. Machen wir eine Tour. Durch die Gassen, in die Gärten, auf die Märkte, zu den Menschen. Das ist Marrakesch.

»Es war erstaunlich, wie nur wenige Meter des Lärmes und Staub der Straße diese Oase uns so viel Gelassenheit und Sicherheit gab. So sehr die Menschen das Treiben der Straße lieben und Abend für Abend suchen […][,] so brauchen sie doch die starke Ruhe im Inneren, im Riad.« »Riad«, ein Begriff, oder, laut Sehouli, vielmehr eine Lebensphilosophie, die ins Schwarze trifft. »Riad« bedeutet Paradies und, wie Sehouli erzählt, gibt es im Arabischen mehr als zehn Wörter, die das Paradies beschreiben. Ebenso findet Sehouli zahlreiche Worte, um uns Einblick in das Herzen Marrakeschs zu gewähren.

In Vino veritas

von Anna Brodmann (12. Februar 2019)


Wein ist seit jeher mit den Schönen und Reichen, den Mächtigen, den Denkern und Dichtern assoziiert. Dass es auch noch in der modernen Welt und dem sonst so nüchternen Deutschland durchaus einen Zusammenhang zwischen Wein und den Mächtigen der Republik gibt, belegt Kurt Bergmanns „Mit Wein Staat machen“. Bergmann hat sich ein ungewöhnliches Unterfangen zur Aufgabe gemacht: Er will die Geschichte der Bundesrepublik anhand der Staatsbankette und Staatsbesuche der Bundespräsidenten nachvollziehen. Und dazu eignet sich das Getränk der Götter so gut wie kein Zweites.

So serviert Bergmann dem Leser eine Reise, die sich der Ottonormal-Weintrinker kaum vorstellen kann. Als Vorspeise werden einige Betrachtungen über den Wein beim letzten Abendmahl und die Rolle des Weins in den Religionen gereicht. Doch die repräsentative Macht des Weins weiß man nicht nur im Vatikan zu schätzen – obwohl dort immerhin 100 Flaschen Wein pro Kopf im Jahr getrunken werden – sondern auch in der Politik, wo der Weinkonsum zu offiziellen Anlässen allerdings nicht ganz so hoch ist. Gespickt mit derartigen Funfacts geht die Reise über die gesamte deutsche Geschichte bis zum heutigen Bundespräsidenten.