Durch Schluchten und Täler. Mystisch bis zum Olymp.

von Jasmin Wieland (08. Oktober 2019)


Hier liegt sie, die tiefste Schlucht der Welt: In der Region Epirus im Nordwesten Griechenlands, im Pindos-Gebirge, in der Gemeinde Zagori. Diana und Lars Steinhagen stellen in ihrem Wanderführer Griechenland: Zagoria-Trek eine 7-Tage-Rundtour durch die Täler und Schluchten der Region Zagori vor. Eine Route, die sich durch einige der ursprünglichen 46 Dörfer bewegt, überwältigende Ausblicke über den Nationalpark bereithält und laut Steinhagen ein wahrer Geheimtipp für alle diejenigen des Wandervolkes ist, die fernab der belaufenen Wege unterwegs sein wollen.

Griechenland: Zagoria-Trek ist ein kompakter Wanderführer mit 160 Seiten, wovon sich ein Viertel generellen Infos zu Land und Leute sowie der Reiseplanung widmet. Hier finden sich beispielweise Tipps zur Ausrüstung, etwa zum richtigen Rucksack, Schlafsack, zu Essensvorräten oder zur Kleidung. Ebenso ist – sehr hilfreich! – eine Packliste angefügt, die für die Extra-Tour zum Olymp nochmals spezialisiert wird. Vielleicht einen der wertvollsten Hinweise findet man bei "Klima und Reisezeit": Wandern im September und Oktober. Wie überall in der nördlichen Hemisphäre ist in Griechenland die beste Wanderzeit von Mai bis Oktober, wobei auch das Wandern in den Sommermonaten aufgrund der Höhe erträglich ist. Doch wer im Herbst wandert, erlebt ein Farbenmeer der besonderen Art, dann, wenn sich im Nationalpark die Blätter färben. Jedoch ist Achtung geboten, da die Tage im Herbst natürlicherweise kürzer sind. Weitere Infos gibt es unter anderem zur medizinischen Versorgung, Regeln für Wanderer, Unterkünften und Campingplätzen sowie Verkehrsmitteln, Wanderpauschalen (Geplante Wanderungen mit Gepäcktransport etc.) und Wegmarkierungen.

Die Grundetappen des Wanderführers liegen zwischen 8,6 km und 16,1 km. Einziger Ausreißer in Sachen Distanz ist die empfohlene Extra-Rundtour von Tsepelovo ausgehend mit 21,1 km. Die Kilometeranzahl mag zunächst erstaunlich gering wirken, doch wenn man bedenkt, dass die Etappen mitunter bis zu 1.000 Höhenmeter Auf- bzw. Abstieg beinhalten, leuchtet die Kürze der Distanzen ein. So werden für die Touren schon einmal sechs bis siebeneinhalb Stunden benötigt. Einige sind jedoch auch in zweieinhalb oder drei Stunden zu bewältigen.

Genau wie bei anderen Wanderführern der Serie werden auch hier die typischen Symbole für Übernachtung, Verpflegung etc. verwendet. Außerdem enthält der Wanderführer zu jeder Route eine Abbildung zum Höhenprofil, worauf besondere Wegstellen bzw. Aussichtspunkte markiert sind, sowie eine Landkarte mit dem Verlaufsplan der Wanderung. Immer wieder sind auch Fotografien des Wanderwegs eingefügt, etwa von Wegmarkierungen, Brücken, Gassen oder Aussichtspunkten. Die Tourenbeschreibungen sind wie immer sachlich und genau, Alternativrouten sind durch gelbe Kästen hervorgehoben. Hilfreich ist, dass die Ortsnamen im Fließtext auf Deutsch und zusätzlich in Klammern auf Griechisch stehen, sodass Verwirrung bei der Orientierung ausgeschlossen ist.

Zu Ende wird noch ein kleiner Sprachführer aufgeführt, mit den wichtigsten Floskeln und Wörtern. Darüber hinaus bietet der Wanderführer alle GPS-Tracks zum Download.

Kurzum: Wer nicht will, der hat schon. Oder ist einfach noch nicht auf den richtigen Geschmack gekommen. Diana und Lars Steinhagen machen mit ihrem Wanderführer Griechenland: Zagoria-Trek definitiv Mut und Laune, sich einmal in beinahe unentdeckte Tiefen und Höhen vorzuwagen und abseits der vom Massentourismus erschlossenen Orte in mystische Landschaft einzutauchen.


Diana und Lars Steinhagen
Griechenland: Zagoria-Trek
Conrad Stein Verlag 2019
160 Seiten
12,90 Euro