Hoch sollen Sie beeten

von Jasmin Wieland (14. Mai 2020)

 

Gänseblümchen und Hahnenfüße recken ihre Köpfchen gen Sonne. Die Blüten der Obstbäume strahlen um die Wette. Der Frühling ist in vollem Gange. Höchste Zeit also, das Gärtner-Gen zu aktivieren und sich schlau zu machen, was in der kommenden Saison so alles angepflanzt werden kann. Doch was machen, wenn nicht genügend Grünfläche für ein Beet zur Verfügung steht? Gärtnern auf dem Balkon wäre eine Alternative. Aber vielleicht gibt es auch ein kleines Vorgärtchen, das nur darauf wartet, sein Potential weiter entfalten zu können? Ein Trend, der sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit erfreut: Ein Hochbeet. Der Dorling Kindersley Verlag ist nun auf den Zug aufgesprungen und präsentiert den sympathischen Wahl-Waliser Huw Richards, der in Hochbeet: Frisches Gemüse das ganze Jahr anschaulich und leicht verständlich erklärt, wie man ein Hochbeet baut und dessen Kultivierung am besten angeht. Für Einsteiger und jene, die in ihrem Wissen und Tun höher wachsen wollen.

Huw Richards Ratgeber Hochbeet: Frisches Gemüse das ganze Jahr beschreibt, wie der Name bereits sagt, das komplette Garten- und Pflanzjahr ausgehend vom Monat März. Dabei wird parallel gearbeitet: Einmal auf der Fensterbank, wo Pflänzchen vorgezogen werden, und einmal im Beet, wo ausgesät und ausgepflanzt wird. Zusätzlich gibt er auf verschiedenen Extraseiten Tipps und Tricks, etwa zum Kompostieren, zu Samen und Setzlingen, zum Windschutz oder dem Abhärten der Pflänzchen.

Auch wenn bereits im Februar die ersten Pflänzchen vorgezogen werden können, beginnt Richards Saisonkalender erst im März. Grafisch mit Fotografien und Illustrationen wunderbar aufbereitet, strukturiert Richards die unterschiedlichen Arbeitsvorgänge auf den einzelnen Buchseiten sehr übersichtlich. Nichtsdestotrotz bedarf es eines genauen Lesens, sodass auch garantiert kein Detail übersehen wird, das für die Kultivierung von Radieschen, Lauch, Feuerbohnen und Co. wichtig ist. Besonders hilfreich sind hier die fortlaufenden Abbildungen zum Hochbeet-Plan. Untergliedert in verschiedene Felder, die jeweils mit unterschiedlichen Farben hinterlegt sind, demonstriert Richards sehr anschaulich in Vogelperspektive, welches Gemüse wohin gepflanzt werden sollte und welche Felder vorerst leer bleiben.

Betrachtet man den Jahresplaner, so erhält man eine gute Übersicht über all die Gemüsesorten, die Richards verwendet; und dies ist eine ausgewogene Mischung aus Blattgemüse wie Salat und Kohl, Wurzelgemüse wie Radieschen und Rote Bete sowie Hülsenfrüchte, speziell Bohnen. Blüten- und Fruchtgemüse sind bei Richards Einstiegskultivierung jedoch nicht im Hochbeet vorgesehen. Den Anbau von Zucchini empfiehlt er allerdings fürs zweite Jahr, für Tomaten die Kultivierung in Töpfen. Generell beschränkt sich Richards im Hochbeet, mit Ausnahme einiger Exoten wie Feuerbohnen oder Tatsoi, eher auf die Basics, was sicherlich eine gute Entscheidung ist, denn so kann man sich, gerade am Anfang, einen guten Überblick über die Vielfalt an Gemüsesorten verschaffen.

Und wer hätte es gedacht? Die Hochbeet-Saison endet nicht im Herbst, sondern zieht sich bis in den Winter, wenn Lauch und Grünkohl für frisches Grün sorgen, ehe sich die Outdoor-Gartensaison fürs Erste ein Päuschen gönnt. Wir legen ebenfalls die Füße hoch, machen es uns im Wohnzimmer-Sessel gemütlich und lesen weiter, welche Tipps uns Richards fürs nächste Pflanzjahr an die Hand gibt.

Fazit: Hochbeet: Frisches Gemüse das ganze Jahr ist ein hervorragendes Buch, um sich einen ersten Einblick über das Gärtnern im Hochbeet zu verschaffen und eignet sich für Einsteiger genauso gut wie für diejenigen, die ihr Wissen in Sachen Ablauf einer Pflanzsaison, Kompost, Schädlinge und Co. erweitern wollen. Dazu bleibt nur zu sagen: Grüner Daumen hoch!

 

Huw Richards
Hochbeet: Frisches Gemüse das ganze Jahr
Dorsing Kindersley 2020
216 Seiten
16,95 Euro