Der Apfel: Ein wahrer Allrounder!

Von Jasmin Wieland (11. November 2020)


„Auf Bäume klettern, in saftige Früchte beißen und das Leben genießen“, heißt es im Vorwort. Ein Mancher mag beim Thema „Apfel“ der Nostalgie verfallen und in Kindheitserinnerungen schwelgen. So auch Madeleine und Florian Anker. Denn an was denken wir neben Sandkasten und Schaukel als erstes? Na klar, Omas Apfelkuchen! Oder… in Madeleine Ankers Fall „Omas frischgebackene[r] Apfelstrudel“. Dass der Apfel eine gerngesehene Zutat für Kuchen und Süßspeisen ist, ist bekannt, dass er darüber hinaus noch viel mehr kann und ein wahrer Allrounder ist, zeigen Madeleine und Florian Anker in ihrem Kochbuch Apfelküche. Vom Baum auf den Tisch – über 70 herzhafte & süße Rezepte.

Genauso vielseitig wie der Apfel verwendet werden kann, ist auch sein Sortenreichtum. Gleich zu Beginn betonen Madeleine und Florian Anker die Tradition des Apfels, speziell hinsichtlich der alten Sorten. Hierfür haben sie eigens ein Interview mit Pomologe Meinolf Hammerschmidt geführt, das sehr interessantes Zusatzwissen liefert. Wer hätte gedacht, dass es weltweit ungefähr 20.000 Apfelsorten gibt?

Dann werden 12 Apfelsorten vorgestellt – von Berlepsch bis Golden Delicious. Schade Schokolade, der Traditionsbonus scheint vorbei zu sein, denn die meisten aufgeführten Äpfel sind keine No-Names, sondern „Supermarkt-Sorten“. Verständlich ist das allemal, schließlich sollten die Äpfel ja auch irgendwo gekauft werden können – wenn nicht der Apfelbaum im eigenen Garten steht (Freizeitgärtner vor!).

Doch nun zum eigentlichen Leckerbissen des Kochbuchs: den Rezepten. Wie üblich, untergliedert sich das Kochbuch in Vor-, Haupt- und Nachspeise, wobei die Nachspeise in „Gebäck & Kuchen“ und „Desserts, Kleinigkeiten & Getränke“ aufgeteilt ist. Anschließend folgt noch ein Kapitel zu „Vorräte“. Was fällt auf? Im Vergleich zu anderen Kochbüchern – und dies liegt natürlich am süß-sauren Hauptdarsteller – ist der Rezeptanteil von Herzhaftem und Süßem so gut wie ausgeglichen. Dabei glänzt der Apfel in allen Varianten: mal im Ganzen, mal in Scheiben, mal als Hauptzutat, mal als feine Geschmacksnote. Außerdem spiegeln die Rezepte ein Potpourri aus Tradition wie „Florentiner Apfelkuchen“ oder „Frittierte Apfelküchle mit Zimt und Zucker“ und innovativen, weltoffenen Ideen wie „Som-Tam-Thai-Salat mit grünem Apfel“ oder „Apple-Pie-Energy-Balls“ wider. Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt!

Bei „Vorspeisen & Snacks“ finden wir meist Salate, Suppen und Sandwiches; die Hauptgerichte sind ein Mix aus Fleisch- und Fischgerichten wie „Gebratener Zander mit gefächerten Äpfeln, Haselnussbröseln und Weißweinsauce“ sowie vegetarischen Rezepten wie „Rote-Beete-Tortellini mit Apfel-Roquefort-Fülling“. Im Kapitel „Gebäck & Kuchen“ reihen sich neben Mürb- und Rührteig-Kuchen Tarte, Torten und Frittiertes, aber auch Brot mit ein. Die anschließenden Desserts und Getränke reichem vom sommerlichen „Apfelsorbet“ und „Apfel-Ingwer-Spritz“ bis zum winterlichen „Bratäpfel mit Marzipanfüllung und Haferflocken-Crumble“ und „Apfelpunsch“. Im Kapitel „Vorräte“ warten noch Mus, Gelee, Chutney und Kimchi.

Fazit: Wer bisher dachte, der Apfel sei nur was zum Reinbeißen, für Apfelmus, Obstsalat, Müsli oder Apfelkuchen, erlebt ein paradiesisches Wunder. Denn in Apfelküche. Vom Baum auf den Tisch – über 70 herzhafte & süße Rezepte scheinen Madeleine und Florian Anker vor allem eines zu promoten bzw. pomoten: Der Apfel ist ein absoluter Allrounder! Er strahlt nicht nur in Rot, Gelb oder Grün, sondern auch in jeglichen Rezeptvarianten. Auf dass das Apfelherz erblüht!



Madeleine und Florian Anker
Apfelküche. Vom Baum auf den Tisch – über 70 herzhafte & süße Rezepte
Dorling Kindersley Verlag 2020
192 Seiten
22,00 Euro