Speisekammer: Vorräte einfach selbst gemacht

von Lisanne Dehnbostel (07. Februar 2019)


 

Fertig-Ketchup und labberiges Toastbrot adé: Speisekammer: Vorräte einfach selbst gemacht beinhaltet über 350 Rezepte für Grundnahrungsmittel und ausgetüftelte Köstlichkeiten. Wie wäre zum Beispiel mal ein WG-Abend mit ofenfrischen Burger-Buns und angerührten Saucen?

Das Kochbuch hält Ideen für jeden Anspruch und Schwierigkeitsgrad bereit. Einiges dauert länger und erfordert Geduld, während anderes innerhalb weniger Minuten zubereitet ist. Sauerteigbrot ist beispielsweise im Nu gebacken, bei Blätter- oder Filoteig und Tortillas wird es kniffliger. Dank der detaillierten Erklärungen sowie Tipps und Tricks der schwedischen Autorinnen Lisa Eisenmann Frisk und Monica Eisenmann stellt aber auch das kein Problem mehr dar. 

Zu den Sachen selbst – und zurück

von Lisa Ohl (01. Februar 2019)



„Das nun überhastet zu Ende gehende Jahrhundert wird im Rückblick von Philosophiehistorikern als ‚Jahrhundert der Phänomenologie‘ bezeichnet werden.“, notiert Hans Blumenberg zum 50. Todestag des Begründers der Phänomenologie Edmund Husserl und verweist damit einerseits ganz allgemein auf den philosophischen Ankerpunkt seiner Zeit sowie andererseits und gleichsam in eigenster Sache auf den geistigen Nährboden seines Denkens.

Als gewissenhafter Erbe Husserls bahnt Blumenberg sich seine Denkpfade zu den Sachen selbst und lässt den Leser in diesem Band, der bisher unpublizierte Texte aus den 1980er Jahren versammelt und damit die Herausgabe der Manuskripte der ‚Phänomenologischen Arbeiten‘ abschließt, teilhaben an seinem gedanklichen Kreisen und Vorwärtstasten. 

Von der Semperoper, über die Residenz bis ins Elbtal

von Hannah Deininger (10. November 2018)



Florenz des Ostens? Natürlich – gemeint ist Dresden! Seit der Wiedervereinigung und dem Wiederaufbau des Stadtbildes handelt es sich bei Dresden um eine der schönsten Städte Deutschlands. Mit hinein nimmt einen der Reiseführer City|Trip Plus Dresden aus der bekannten Reise Know-How-Reihe. Recherchiert hat für die neue Auflage Gabriele Kalmbach.

Wie von den Reise-Know-How Ausgaben bekannt, besticht dieser Reiseführer durch seine klare Struktur und seinen übersichtlichen Aufbau. Wer bereits mit Exemplaren dieser Reihe Erfahrungen gemacht hat, wird sich also schnell zurechtfinden. Direkt auf der ersten Seite finden sich die „Top 10“ kurz und knapp beschrieben. Den eigentlichen Beginn machen dann Ideen für verschieden lange Besuche der Stadt: Dresden in ein, zwei oder auch fünf Tagen. Hier gibt die Autorin praktische Tipps für eine abwechslungsreiche Aufteilung seiner Zeit. Daran anschließend werden alle potentiellen Sehenswürdigkeiten in informativen, aber dennoch leicht verständlichen Texten vorgestellt. Angenehm ist hier die geographische Sortierung der Schauplätze: Was im Buch nah beieinander steht, liegt auch vor Ort nah beieinander und kann nacheinander besichtigt werden.

Mutti ist jetzt Terroristin

von Florian Grobbel (22. September 2018)

 

Stell dir vor, neben deinem Kinderzimmer ziehen auf einmal die meist gesuchtesten Terroristen des ganzen Landes ein. Stell dir vor, du bist hautnah dabei, als eine Fraktion gegründet wird, die jahrzehntelang das Land erschüttern wird. Stell dir vor, deine Mutter ist Ulrike Meinhof.

Im Zuge des 50. Jahrestages der 68-Revolution wird der deutsche Buchmarkt in diesem Jahr überschwemmt mit Sachbüchern, Reportagen und Erinnerungsbänden zu dieser prägenden Zeit der Bundesrepublik. Meist in roten Einbänden wird dort über die ersten Proteste, Rudi Dutschke oder eben die Entwicklung der Roten Armee Fraktion berichtet. »Die RAF hat euch lieb« ist dabei ein besonderes Buch, da es einen sehr persönlichen Bericht über diese Zeit darstellt, geschrieben von Bettina Röhl, Tochter des ehemaligen Herausgebers der linken Zeitschrift konkret Klaus Rainer Röhl und Ulrike Meinhof. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Regine erlebt sie als Kind hautnah die Entstehung der bekannten linken Terrorgruppe RAF, deren Geschichte für spätere Generationen vor allem durch Stefan Austs Buch Der Baader-Meinhof-Komplex, oder dessen Verfilmung publik wurde.

¡Que viva el norte!  - Auf und abseits des Jakobsweges

von Jasmin Wieland (18. Juni 2018)

 

 

Nordspanien klingt nach Jakobsweg? Exakt! Jedoch warten abseits der Jakobsmuschel weitere unzählige spannende Geschichten und wunderschöne Orte Spaniens darauf, entdeckt und erlebt zu werden. Thomas Schröder nimmt uns in seinem Reiseführer Nordspanien mit durch drei Sprachgebiete – baskisch, kastilisch, galizisch – und eine Landschaft, die geprägt ist von den Gebirgszügen der Pyrenäen, den Picos de Europa und der Sierra de Ancares, ehe sie am sagenumwobenen Kap Finisterre der endlosen Weite des Meeres Platz macht.

Genau wie bei allen anderen Michael Müller Ausgaben, ist der übersichtliche Aufbau ein großer Pluspunkt des Reiseführers. Dem Jakobsweg folgend, geht es von Ost nach West, von Navarra, über La Rioja und all die anderen autonomen Gemeinschaften Nordspaniens nach Galizien. Dabei besticht Nordspanien vor allem durch seine Ausführlichkeit und Detailgenauigkeit, was sich bereits im ersten Kapitel »Hintergründe und Infos« bemerkbar macht. Hier erfahren wir auf gut hundert Seiten reichlich Wissenswertes, etwa über Land und Leute, die Geschichte Spaniens und die kulinarischen Köstlichkeiten sowie ein Dossier zu allem Möglichen, wie der Siesta. Die einzelnen Kapitel zu den autonomen Gemeinschaften sind einheitlich aufgebaut und beginnen jeweils mit ein paar allgemeinen Worten zur Gemeinschaft und ihrer Geschichte, gefolgt von einer halbseitigen Landkarte, Infos zum öffentlichen Verkehr, regionalen Festen und der Küche, bevor die einzelnen Regionen bzw. Städte beschrieben werden. Bei größeren Städten ist stets ein kleiner Stadtplan vom Zentrum abgedruckt, was sehr kompakt und hilfreich ist. Außerdem finden sich auf zahlreichen Seiten kleine gelbe Kästchen mit wichtigen oder interessanten Zusatzinfos, etwa zu zum Thema passenden Vokabular, geschichtlichen Legenden oder Kulinarischem. So werden beispielsweise im Kapitel »La Rioja«, Spaniens Weinregion Nr. 1, die verschiedenen Klassifikationen der Weine aufgelistet. Wusstet ihr, dass man dabei zwischen »Joven«, jungem Wein, »Crianza«, ein einjährig im Fass sowie mehrere Monate in der Flasche gereiftem Wein, »Reserva«, drei Jahre gelagertem Wein und dem »Gran Reserva«, einem mindestens fünf Jahre gelagertem Wein unterscheidet? Na, wenn man dabei nicht Lust bekommt, einen solch edlen Tropfen in einer der zahlreichen Bodegas inmitten der spanischen Weinprärie zu verkosten!