Ungeahnte Hinterwelt

von Charlotte Häusler (14. Juni 2010)

Es ist ein voluminöser Wälzer der kuriose, interessante, altbekannte und neue Gerüchte und Geschichten rund um die Bücherwelt versammelt. Jahrelang trägt der deutsche Journalist und Buchautor Rainer Schmitz für sein Lexikon mehr oder weniger Wissenswertes zusammen, nachzulesen unter 1200 Stichwörtern. Eine beachtliche Vielfalt steckt da in dem Werk Was geschah mit Schillers Schädel? Alles was Sie über Literatur nicht wissen. Und auch nicht dingend wissen müssen, denn es handelt sich bei vielem um „schrecklich Unsinniges“.

Von Hausproblemen und anderen Widrigkeiten eines Lebens

von Saskia Lackner (20. Juli 2011)

Er war laut Hermann Kesten ein „höchst ordentlicher, sozusagen gewissenhafter, ja bürgerlicher Bohemien – mild wie ein Bräutigam und zornig wie ein betrogener Freund der Freiheit“. Er saß gerne in Cafés und der frühe Vogel war, nun ja, nicht gerade sein Freund und so begann sein Tag meist auch erst in den späten Abendstunden.

Die Rede ist von Erich Kästner, einer der wenigen Autoren der Kinder und Erwachsene gleichermaßen für sich gewinnen konnte. Dass er sich mit den Kindergeschichten anfangs recht schwer getan hat, erfahren diejenigen, die sich „Vom Kleinmaleins des Seins“ schnappen. Denn für alle, die Kästner entdecken oder wieder entdecken oder vielleicht auch nur weiter entdecken wollen, eignet sich dieses wunderbare kleine, feine Büchlein hervorragend. Tagebucheinträge reihen sich da neben Gedichten, Briefe neben Artikeln. Diese Mischung aus privaten und öffentlichen Texten ist nicht nur äußerst unterhaltsam, sondern bietet auch einen wunderbaren Einblick in Kästners Leben. Doch es handelt sich hierbei nicht nur um eine Sammlung von Originaltexten Kästners, die von Walter Sittler zusammengetragen und in einen neuen Zusammenhang gebracht werden. Hinzu kommen erklärende Texte von Sittler selbst, aber auch von Kästners Zeitgenossen wie zum Beispiel Carl Zuckmayer.