Willkommen im wilden Wohnzimmer!

von Michelle Mück (10. Dezember 2017)

 

© Jürgen Schabel

 

Das Show-Spektakel Villa Wild ging am Dienstag, den 5.12.2017 in die sechste Runde, diesmal im E.T.A. Hoffmann Theater in Bamberg zum Thema »Von den Wellen«.

Villa Wild ist eine vielseitige Show, gespickt mit einigen Interviews, die sich am Dienstag alle um das Thema »Wellen« drehten: Von den Wasserwellen zu den akustischen Wellen bis zu gesellschaftlichen Wellen war alles dabei. Der Abend wurde moderiert von Martin Beyer und Nora-Eugenie Gomringer, die beide eine gemütliche und humorvolle Stimmung erzeugten. Zu Gast war die junge Autorin und Filmemacherin Marcella Melien, der Soziologe Christian Helge und das Allroundtalent Thomas Kapielski.

Die Show begann im Nebel und mit der spacigen Musik der Band Permablond, die auf die mehr oder weniger angenehmen Klänge von Synthesizern bauten. Dazu gab es gefühlvollen und aufwühlenden Ausdruckstanz von Mariya Zoryk. Dann las Marcella Melien den Anfang einer ihrer neuen Kurzgeschichten vor, fortgesetzt wurde diese durch einen Ausschnitt aus dem dazugehörigen Kurzfilm, woraufhin wieder die geschriebene Variante zum Einsatz kam. Eine Geschichte, teilweise vorgelesen und teilweise durch einen Film visuell gezeigt zu bekommen, war für mich eine neue und sehr interessante Erfahrung.

Darauf folgte ein humorvolles Interview mit Thomas Kapielski, der unter anderem Künstler und Musiker in Berlin ist. Manche seiner Kunstwerke wie Der Ölschinken, das dicke und das doofe Bild, sowie Ausschnitte aus seinen Nasenflötenorchesterplatten wurden gezeigt und Kapielski offenbarte seine Reaktion von damals, als das erste Mal eines seiner Bilder einen Abnehmer fand: »Wer kauft denn sowas!?«

Zuletzt wurde der Soziologe Christian Helge zu seinem neuen Buch Resonanzen und Dissonanzen interviewt und ein philosophisches Gespräch zwischen Martin Beyer und dem Autor begann. Dieses handelte darüber, dass die Beschleunigung der Welt die Menschen nicht glücklich macht und wenn Beschleunigung das Problem ist, dann könnte Resonanz die Lösung sein.

Abgerundet wurde der Abend durch einen weiteren Auftritt von »Permablond«. Insgesamt war es ein unterhaltender Abend, bei dem es viel zu lachen, aber auch viel zum Nachdenken gab.