Spielzeitwende

von Günter Strickle (09. Mai 2018)

 

© ETA Hoffmann Theater

 

Am 4. Mai 2018 gab das ETA Hoffmann Theater eine Pressekonferenz zur Vorstellung der Spielzeit 2018/2019. Zweiter Bürgermeister Dr. Lange begrüßte die Gäste und würdigte die Leistungen des ETA Hoffmannn Theaters in jüngerer Vergangenheit. Er teilte auch mit, dass kurz zuvor der Vertrag mit der Intendantin Sibylle Broll-Pape verlängert wurde und übergab ihr das Wort.

Broll-Pape lobte Bamberg als tolle Stadt für Theater, wofür auch die gute Auslastungsquote spricht. Wie schon zum ersten Mal unter ihrer Leitung vor drei Jahren wird nun auch in der vierten Spielzeit die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung gesucht. Aktuelle Debatten um Identität, Ideologien und Digitalisierung machen es immer deutlicher: Der  Aufbruch in ein neues Zeitalter steht bevor.

Deshalb wird die Spielzeit 2018/2019 unter das Motto »Zeitenwende« gestellt. In der vierten Spielzeit von Sibylle Broll-Pape soll aber auch der Darstellungsrahmen erweitert werden: Unter anderem sollen zwei Klassiker, ein großes Familienstück, und neu zum ersten Mal eine Operette und ein großes Volksstück aufgeführt werden. Die auch unter finanziellen Gesichtspunkten aufwändigere Neugestaltung des neuen Spielplanes ist unter anderem durch die Verleihung des »Theaterpreis des Bundes« durch das Staatsministerium für Kultur und Medien für besondere Leistung in der künstlerischen Programmarbeit möglich geworden.

Für die Vorstellung des Spielplans im Einzelnen übergibt Frau Sibylle Broll-Pape das Wort an ihren stellvertretenden Intendant und Chefdramaturg Remsi Al Khalisi. Er geht nochmals auf die Überlegungen im Zusammenhang mit der Findung des Mottos »Zeitenwende« ein. Viele in der Gesellschaft sagen, Demokratie sei ein Auslaufmodell, Digitalisierung ist großes Thema. Nachdem es in den letzten 150 Jahren keine tiefgreifenden Veränderungen gab, haben wir es jetzt auch noch mit der Me-too Debatte und Genderfragen zu tun. Mit dem Motto »Zeitenwende« will nun das ETA Hoffmann Theater spielerisch, philosophisch und künstlerisch auf die Gesellschaft reagieren. Er stellte nun die einzelnen Stücke mit einigen Anmerkungen vor, so dass die Spielzeitpremiere mit Nino Haratischwilis Das achte Leben unter der Regie der Intendantin Broll-Pape beginnt. Bei der Buchvorlage handelt es sich um den Lieblingsroman der Intendantin, auch hier führt sie selbst Regie. Während das Stück Die Zeit und das Zimmer von Botho Strauß eher von Herrn Al Khalisi favorisiert wird, wirft Frau Broll-Pape sehr überzeugend ein: »da werd ich Schwierigkeiten haben«. Sie führt aber selbst Regie.

Zum Abschluss der Pressekonferenz weist sie auf die neuen Formate wie einen literarischen Salon, einmal im Monat Lesung mit Stephan Ullrich aus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit hin. Dann gibt es Gastspiele der musikalischen Art mit einer Band aus Schauspielern und Musikern an zwei Abenden im Februar 2019 sowie einen Liederabend mit Anne Sofie von Otter & Friends im April 2019. Auch Villa Wild #8 präsentiert im Oktober 2018 eine Tanz-, Talk- & Musikshow. Und zum Schluss: Beim großen Treffen der bayerischen Theater- und Jugendclubs vom 18. bis 21. Juli 2019 werden wohl hunderte Jugendliche die Stadt stürmen. Die Intendantin beendet die Vorstellung des Spielplans mit dem nochmaligem Hinweis, dass sich das ETA Hoffmann Theater diese Neuerungen hauptsächlich durch Verleihung des Theaterpreises 2017 leisten kann.

Einen Blick in das neue Spielzeitheft mit allen Premieren und Veranstaltungen könnt ihr auf der Website des Theaters werfen oder euch die Printausgabe gleich beim nächsten Theaterbesuch mitnehmen.