Im Gespräch mit Markus Orths

Das Interview führten Svenja Zeitler, Verena Heber, Franziska Schleicher und Theresa Ehrl.

 

© Olaf Kutzmutz 

 

Die Bamberger Poetikprofessur geht in die 31. Runde: Im Sommersemester 2018 gibt sich der vielfach preisgekrönte Schriftsteller Markus Orths die Ehre im Rahmen der Professur vier abendliche Vorträge zu halten. Orths Werke lassen sich auf keinen Fall einfach unter einem Begriff zusammenfassen, so weit ist das Schaffensspektrum des Autors von Romanen wie Lehrerzimmer, Alpha und Omega und Max, der gerne die Grenzen zwischen Realität und Fiktion ebenso wie zwischen Wahnsinn und Normalität verschwimmen lässt. Auch mit seinen Kinderbüchern wie Das Zebra unterm Bett oder Billy Backe aus Walle-wacke bricht er mit viel Witz und Fantasie aus dem Alltäglichen aus. Im Vorfeld der diesjährigen Vortragsreihe haben wir uns mit Markus Orths getroffen und sind schon mal einige unserer Fragen losgeworden.

Rezensöhnchen: Zunächst einmal ist uns aufgefallen, dass deine Werke sehr vielfältig sind. Du schreibst biographische Romane, aber auch Erzählungen, die auch oft eher in die gruselige oder beklemmende Richtung gehen. Dann wieder lustige und liebevolle Kinderbücher. Wie kommt es zu so einem breit gefächerten Werk? Woher kommt die ganze Inspiration?

Der Grund dafür ist, glaube ich, schlicht und ergreifend, dass ich immer an Neuem interessiert bin und es langweilig fände, wenn ich immer dasselbe schreibe. Deswegen möchte ich eigene Grenzen gerne durchstoßen. Man kann schon einen gewissen roten Faden in den Büchern erkennen, aber mich interessiert einfach das Andere, das Neue und das, was ich noch nicht versucht habe. Das ist, glaube ich, der Hauptgrund.

Passiert das dann je nach Laune? Denkst du dir „Ach, heute hätt‘ ich eher Lust auf ein Kinderbuch“ oder „Heute bin ich schlechter gelaunt, dann schreib ich etwas Böseres“?

Tatsächlich gibt es solche Bücher, bei denen die „Stimmung“ eine Rolle spielt. Zum Beispiel habe ich Das Zimmermädchen in einer Phase geschrieben, in der es mir nicht so gut ging und in der ich ein bisschen depressiv angehaucht war. Ich glaubte auch, dies sei das melancholischste meiner Bücher, und war von daher erschrocken, als die Leute bei den Lesungen an manchen Stellen gelacht haben. Da hat sich wohl irgendwie eine Humorebene mit eingeschrieben, die mir nicht bewusst war. Das fand ich spannend.

Aber ansonsten würde ich sagen, der Stoff sucht sich die Form. Zum Beispiel war bei Lehrerzimmer sofort klar: Das geht nur als Satire. Bei Max wollte ich einen klassisch erzählten Roman, um den Leuten diesen Menschen, den ich so faszinierend finde, näher zu bringen.

Welche Arbeit an den Werken findest du am anspruchsvollsten und herausforderndsten?

Am anstrengendsten ist auf jeden Fall das Überarbeiten, und das ist auch am anspruchsvollsten. Das Schreiben geht mir sehr leicht von der Hand und macht viel Freude. Aber wenn dann ein Textkonvolut entstanden ist, daraus das zu formen, was letztlich bleibt, das ist viel Arbeit. Das bedeutet: So schnell und so viel ich auch schreibe, so lange dauert es tatsächlich auch, das alles zu überarbeiten. Denn wenn man assoziativ und rauschhaft schreibt, schreibt man viele Dinge auch vier- oder fünfmal, um auf den nächsten Gedanken zu kommen, und das muss dann meistens auch stark gekürzt werden.

Gibt es ein Genre, das dir leichter fällt oder das eher schwieriger ist?

Nein. Also das satirische Schreiben, das humoristische Schreiben ist mit einem höheren Spaßfaktor verbunden. Bei Max hingegen habe ich langsamer, tastender geschrieben, weil es diese Menschen um Max Ernst herum wirklich gegeben hat. Ich konnte mit ihnen nicht machen, was ich wollte. Da musste ich Rücksicht nehmen, versuchen, den Geist dieser Menschen irgendwie einzufangen.

Gibt es da dann auch etwas, was dir mehr Spaß macht oder weniger?

Das Schreiben, bei dem irgendwie alle Grenzen aufgehoben sind, wie es eigentlich am Wahnsinnigsten bei Alpha und Omega geschehen ist, das hat mir am meisten Freude gemacht, weil ich das Gefühl hatte, ich bin komplett frei, ich kann tun, was ich will, mit den Figuren, mit der Handlung, ich darf einfach alles, und da entstand ein unglaublich euphorisches Gefühl von Freiheit und Weite, das ich sehr genossen habe.

Das gerade schon einmal kurz angesprochene beklemmende Gefühl und auch das Unheimliche, das ist uns im Seminar bei Frau Bartl besonders in den Erzählungen aufgefallen. Gibt es dafür irgendwie einen speziellen Grund?

Das hat wohl mit dem alles überschattenden Gedanken an den Tod zu tun, der sich immer wieder in meine Texte hineinschreibt. Diese Grundbeklemmung eines jeden Menschen: zu wissen, irgendwann – morgen oder in fünfzig Jahren – ist es vorbei. Auf der anderen Seite liegt es vielleicht auch an frühen schriftstellerischen Vorbildern, Edgar Alan Poe oder Julio Cortázar, bei denen das Fantastische auch oft beklemmend wirkt. Daneben schreibt sich das Absurde durch meine Weltwahrnehmung in die Texte. Ich finde sehr vieles, was mir im Alltagsleben oder in den verschiedensten Situationen begegnet, absurd, und ich glaube, das merkt man dann auch in den Texten.

Viele deiner Romane und Erzählungen enden offen. Ist das in diesem Moment auch bei dir abgeschlossen oder denkst du noch darüber nach, was mit den Figuren weiter passieren könnte oder was sie jetzt vielleicht noch machen?

Wenn etwas für mich auserzählt ist, dann lasse ich die Figuren auch los. Zum Beispiel beim Zimmermädchen, das liegt am Ende unter dem Bett ihrer Mutter. Was sie dann nach dem Ende dort macht, das weiß ich nicht. Vielleicht oder hoffentlich geht der „Film“ beim Leser irgendwie weiter. Ich als Autor möchte dagegen den Personen, die ich entwickele, auch ein gewisses Geheimnis lassen.

Bei der Erzählung Vom Töten fragt man sich am Schluss, was jetzt noch passiert. Auch Lehrerzimmer hat ein relativ offenes Ende, das einen nicht so leicht loslässt. Aber das ist dann wahrscheinlich auch der Sinn der Sache?

Ich finde das schön, wenn nach dem Lesen beim Leser noch etwas nachschwingt. Bei Vom Töten finde ich das Ende allerdings relativ klar: Der Protagonist hat die Möglichkeit, seiner eigenen Beerdigung zuzusehen und noch einmal neu anzufangen. Aber wie genau er noch einmal anfängt, ist eine andere Geschichte.

Wir haben in einem anderen Interview gehört, dass du bei deinen Werken gerne Ankerpunkte oder gewisse Verbindungen hast zwischen dir und dem behandelten Inhalt. Kann man das bei all deinen Werken sagen? Insbesondere beim Lehrerzimmer mit deinen Lehrererfahrungen oder bei Max mit der katholischen Erziehung?

Auf jeden Fall, ich glaube schon, dass vieles, worüber ich schreibe, für mich einen Ankerpunkt haben muss, irgendetwas, das mich umtreibt, das mich beschäftigt, das ich loswerden möchte. Also im Fall von Max gibt es mehrere Parallelen: die Suche nach dem Neuen war für ihn ganz wichtig; der Zufall war wichtig; das automatische Schreiben resp. Malen; das Rauschhafte; aber auch die Vaterkonstellation ist sehr ähnlich. Mein Vater war Hobbyschriftsteller, sein Vater Hobbymaler; ferner das Katholische, diese Erziehung, die Enge, die Rebellion, das Freikämpfen, das sind gewisse Parallelen, die ich sehe. Im Fall von Lehrerzimmer könnte man natürlich denken, der Autor war an drei verschiedenen Schulen, das hat er alles erlebt. Aber ich habe das Erlebte so stark verfremdet und übertrieben, dass man es im Grunde nicht mehr wiedererkennen kann. Im Kern einer jeden Szene schlummert irgendwie etwas Erlebtes, das dann aber dermaßen ausufert, dass es als Erlebtes nicht mehr erkennbar, sondern nur noch der „Geist des Erlebten“ zu spüren ist. Wenn der Medienwart zum Beispiel mit seiner Frau den Geschlechtsverkehr anhand von Folien und Tafelanschrieben im Schlafzimmer vorbereitet, dann ist das natürlich pure Übertreibung. Aber im Kern steckt, dass ein Lehrer mitunter Schwierigkeiten hat, im wirklichen Leben von seine Lehrtätigkeit abzusehen und in der Kneipe in ein fragend-entwickelndes Gespräch verfällt, oder dass er alles, was er liest, daraufhin scannt, wie er es im Unterricht benutzten kann. So wie Autoren übrigens auch...

Ist diese Verbindung dann das Ausschlaggebende dafür, dass du beschließt, etwas darüber zu schreiben? Oder kommt das durch eine andere Inspiration und die baust du dann mit ein?

Das ist unterschiedlich, also bei Max gibt es viele Dinge, die ich so nicht kenne und für die ich Fantasie oder Einfühlungsvermögen brauchte. Mit vier verschiedenen Frauen verheiratet zu sein, das Erlebnis der Weltkriege und die Fluchtgeschichten, das ist mir ja alles fern. Da ist jetzt das selber Erlebte weniger wichtig, und da muss ich mit Einfühlung, Fantasie und Vorstellungskraft arbeiten.

Und gibt es bei den Kinderbüchern wie Billy Backe auch persönliche Ankerpunkte oder Erlebnisse?

Ich habe meinen Kindern immer etwas erzählt vor dem Zu-Bett-Gehen. Was mir spontan einfiel. Stegreifgeschichten. Irgendwann sprang dann auch mal ein Murmeltier und ein Posthörnchen Polly und der Schrönk aus meinem Mund, und da habe ich gedacht, da mach ich mir mal eine Notiz. So ging das dann los. Das ist aber wirklich eine Hommage an das Fabulieren, auch ein Bisschen an das Anarchische, was ich an Kinderbüchern schätze. Natürlich gibt es auch bestimmte wichtige Themen, die Freundschaft zum Beispiel: Der Schrönk ist der beste Freund, den man sich vorstellen kann. Aber das Fabulieren, das Ausdenken, die Fantasieren ist das Schönste für mich.

Gibst du die abschließende Arbeit an deinen Büchern gerne an die Verlage ab, beispielsweise die Covergestaltung oder würdest du lieber selber mitentscheiden?

Also ich darf mitentscheiden bei der Covergestaltung. Bei Max zum Beispiel: Das erste Cover, das eigentlich von der Gestaltung her sehr schön war, habe ich aus verschiedenen Gründen abgelehnt. Dann haben sie dieses zweite Cover gemacht, das finde ich sehr gelungen. Natürlich könnte ich keine 10 Cover ablehnen. Aber es ist nicht so, dass ich etwas, das ich überhaupt nicht haben möchte, abnicken muss. Aber man muss auch sehen: Im Verlag arbeiten Profis. Herr Hassiepen ist ein Art Director, der seit zig Jahren Cover entwickelt. Da weiß er doch besser Bescheid als die Autoren, die ja nur den eigenen Geschmack als Referenzpunkt haben, wohingegen ein erfahrener Cover-Gestalter auch die Blicke und Reaktionen der möglichen Leser auf das Cover. Insofern habe ich da eigentlich ein großes Grundvertrauen in die Leute, die das verantworten.

Noch eine Frage – zum Beispiel aufs Lehrerzimmer bezogen – würdest du dich als Schriftsteller sehen, der das Schreiben auch nutzt, um Kritik zu üben? Ist das eher etwas Privates oder nutzt du es, um gesellschaftliche Kritik zu üben? Ist das Lehrerzimmer eher systemkritisierend oder ist es wirklich nur eine Abrechnung mit dem alten Job?

Ja, ich habe da schon den Anspruch, Systemkritik zu äußern. Einerseits hatte das Lehrerzimmer therapeutische Abrechnungsanteile, aber mir war auch wichtig, grundsätzliche Missstände in Frage zu stellen, beispielsweise durch solche Dinge wie eine ‚Kreativitätsbewertungskriterienerstellungskomission‘. Wie geht die Schule mit Kreativität um, ohne gleich mit der Bewertungskeule zu kommen? Das ist nämlich sehr schwierig, einen notenfreien Raum zu eröffnen, den eine Kreativitätserfahrung benötigen würde, und das ist dann schon eine klare Kritik an den Gegebenheiten.

Ebenfalls in Anlehnung an deinen Lehrerhintergrund: Wie war es denn für dich mit so etwas wie der Poetikprofessur? War das bei der Vorbereitung etwas Routinemäßiges? Glaubst du, du bist vielleicht entspannter als manche Kollegen, weil du diese Erfahrung hast, oder war es trotzdem eine besondere Herausforderung?

Routine überhaupt nicht! Ich habe zuvor erst eine Poetikdozentur gehalten, in Paderborn, und da habe ich eher theoretisiert, wie man sich das eben so vorstellt bei „Vorlesungen“. Klar, das kann man machen. Das ist das, was man sozusagen erwartet. Aber weil mich immer das Unerwartete interessiert, dachte ich sofort, als die Anfrage aus Bamberg kam: Ich möchte jetzt nicht schon wieder theoretisieren, sondern versuchen, das Ganze spielerisch und erzählerisch zu lösen und die poetologischen Elemente in eine verrückte Erzählung einzubauen. Ich habe Andrea Bartl gefragt, ob das gehe, und sie gab mir glücklicherweise vollste Freiheit und Unterstützung. Und beim Schreiben ist die Vorlesung – ähnlich wie bei Alpha und Omega – völlig aus dem Ruder gelaufen und zu einem Monstrum an Text von 160 Seiten geworden, was mich völlig überrascht hat. Das ist für mich aber eigentlich das Schöne. Ich weiß nicht, was jetzt auf mich zukommt, in Bamberg, was dort passiert und wie es sein wird, dieses verrückte Monstrum vorzulesen, aber das ist für mich viel abenteuerlicher und interessanter als auf „Nummer sicher“ zu gehen und das zu erfüllen, was man sich so vorstellt. Die 160 Seiten hier sind eher ein Fest der Abschweifung, des Belanglosen, das neben dem Relevanten steht, des Sinnlosen, das neben dem Sinnhaften steht. Die inhaltliche Klammer ist: Realistisches Schreiben versus imaginativem Schreiben, und wie sich beides findet, bedingt, fügt. Und das in der Praxis durchexerziert. So könnte man das einordnen. Erinnerung und Halluzination. Das wäre eigentlich der richtige Titel für das Ganze.

Das klingt auf jeden Fall sehr spannend! Da wir ja heute – anders als die letzten Jahre – das Interview schon vor der ersten Poetikvorlesung halten, wissen wir ja auch noch gar nicht, was auf uns zukommt. Frau Bartl meinte schon, es geht um den sehr von sich selbst überzeugten Autor Markus Orths. Kannst du uns da vielleicht noch ein wenig mehr verraten?

Ja, das ist ja schon ein Stück weit meine Kritik. Dass ich Probleme habe mit einer Literatur, die zu sehr am selbst Erlebten klebt. Es gibt natürlich grandiose Werke, die in diese Richtung gehen, wie zum Beispiel Abschied von den Eltern von Peter Weiß, Montauk von Max Frisch usw., Bücher, die also scheinbar oder wirklich stark auf das Autobiographische setzen. Das ist eine Tradition in der Literatur, die ist aller Ehren wert. Aber ich selber habe mit dem Schreiben dieser Form der Literatur eher Probleme, weil ich den Lesern nicht gerne mich selber oder die Menschen um mich her oder etwas tatsächlich Geschehenes auf einem Silbertablett servieren und mich und meine Freunde quasi dem Leser „aussetzen“ möchte. Das gebietet in meinen Augen auch die Achtung vor den Menschen, die ich kenne und über die ich dann ja auch irgendwie unmittelbar schreiben würde. Im Fall „Esra“ gibt es zum Beispiel Dinge, die in meinen Augen sehr problematisch sind. Wenn ich über eine Exfreundin schreibe, und die Frau im Buch hat ein schwer krankes Kind und meine Exfreundin im realen Leben auch, dann verletze ich damit die Persönlichkeitsrechte derjenigen Menschen, die wirklich leben. Das ist aber ein Grundproblem des autobiographischen Schreibens. Also wie gehe ich damit um: Ich mache Erfahrungen mit Menschen und verarbeite diese ja auch immer. Aber ich kann das Urteil des BGH im Fall „Esra“ nachvollziehen: Ehe ich die Persönlichkeitsrechte eines Menschen verletze, ist es meine Aufgabe als Autor, die Erfahrungen mit diesem Menschen, wenn ich denn darüber schreiben muss, auf irgendeine Art und Weise so zu verfremden, dass sie nicht mehr erkennbar beziehungsweise zuzuordnen sind.

Und in der Poetikvorlesung habe ich mir gesagt, ich mache das jetzt einfach mal umgekehrt, in gewisser Weise mit einer parodistischen Energie. Ich schreibe mich selber als Markus Orths in die Vorlesung hinein, und zwar gleich vierfach: als wirklicher Autor Markus Orths, als erfundener Autor Markus Orths, als Ich-Erzähler Markus Orths und als auktorialer Kommentator Markus Orths. Dadurch sieht man, dass ich diese Form des Eigenen in der Aufsplitterung auch gleich wieder unterlaufen möchte. Man weiß also nicht mehr „Wer ist eigentlich dieser Markus Orths?“ Ist das jetzt dieser auktoriale Erzähler, der Ich-Erzähler, der erfundene Autor, der wirkliche Autor? Das heißt, man kommt dann ja auch selber ins Schleudern und dadurch hatte ich Mittel, das wirklich Erlebte auf das Imaginierte treffen zu lassen und den Leser im Unklaren darüber zu lassen, was nun eigentlich was ist, und genau darin bestand für mich der Reiz.

Dann sind wir ja mal gespannt auf morgen Abend. Auf die nächsten Wochen!

Wobei: Morgen kommen erst zwei Markus Orthse vor.

Es wird also immer mehr. Im Lehrerzimmer wird kurz die Uni Bamberg thematisiert. Und das nicht sehr positiv...

Echt? Also Bamberg als Stadt kommt im Lehrerzimmer vor?

Die Uni Bamberg sogar. Fällt dir ein, wann?

Also das Ding ist ja von 2003, also 15 Jahre her. Ich kann mich da beim besten Willen nicht erinnern. An welcher Stelle steht das denn?

Das war mit dieser Geschichtslehrerin, die immer so viel wusste. Dann ging es bei den Fragen um die Dioptrienzahl von Strauß. Sie hat dann überall angerufen und sich als Doktorandin von der Uni Bamberg ausgegeben. Quasi so schön typisch konservativ bayerisch, CSU-hörig.

Also da muss ich ganz ehrlich sagen, das ist dann ganz einfach nur ein Name gewesen. Ob jetzt Bamberg, Würzburg, München.

Also war das einfach Zufall, kein besonderer Grund. Und wie ist jetzt dein erster Eindruck von der Uni?

Ich war ja schon mal 2014 hier und habe da sehr gute Erinnerungen, das war mit Alpha und Omega, auch Lesung und Seminar, auch mit der Frau Bartl, das war wunderbar.

Ja, dann sind wir auch schon fast am Ende mit unseren Fragen, aber wir beim Rezensöhnchen stellen gern immer noch eine letzte Frage, und zwar: Welches Buch befindet sich gerade auf deinem Nachttisch? (Also im übertragenen Sinne, was liest du gerade?)

Mein Leben als Sohn von Philip Roth. Eines der wenigen Bücher von ihm, die ich noch nicht kenne. Passend zu meiner Vorlesung. Denn der Untertitel dieses Buches lautet ja „Eine wahre Geschichte“. Und Philip Roth und sein Vater kommen mit ihren eigenen Namen vor. Da hat mich interessiert, wie Philip Roth dies macht.

Alles klar. Wir bedanken uns bei dir für das nette Interview!